MAK

Full text: Bericht über die Weltausstellung zu Wien im Jahre 1873

7S 
der Ausstellung befand sich hinter den Kohlensäulen auf der 
östlichen Aussenwand des Kärntner Montan - Pavillons ein Zelt 
mit einer Collection der ,, Societö des Bitumes natives et des 
Asphaltes de l’Adriatique“, in welcher neben Schwefel aus den 
Bitumen- und Schwefel-Gemengen von Foeeia noch Asphalte der 
selben Localität und von Pascale abate, Val romano und nament 
lich von der dalmatinischen Insel Brazza ausgestellt waren. — 
YV ir hätten hier neben den Proben von Strassen - Asphalt gerne 
irgend welche Proben von Destillations - Producten wahrnehmen 
wollen. 
Aul der Wiener Weltausstellung waren vegetabile und ani 
male Farbstoffe in reicher Menge vertreten und von bisher im 
Handel noch unbekannten Localitäten geboten. — Die noch immer 
in colossalen Mengen importirten Farbhölzer werden zumeist in 
den Hafenplätzen selbst oder in deren Nähe verarbeitet, und 
namentlich sind es Havre, Rouen, St. Denis und Harburg, welche 
daraus noch immer mit Vortheil die Pigment-Extracte darstellen, 
trotzdem gegenwärtig die Extraction schon in Amerika in bedeu 
tendem Umfange betrieben wird. Unter den Seeplätzen zeichnet 
sich auch Triest durch coiossale Mengen importirter Farbhölzer 
aus, deren Menge im letztverHossenen Quinquennium ungefähr 
350.000 Ctr. erreichte. Wohl besitzt nun Triest mechanische 
Etablissements, wo diese Hölzer geraspelt und gemahlen werden, 
doch gibt es hier nicht Eine Extractions-Anstalt, während in der 
Monarchie das continentale Prag eine solche besitzt und trotz 
des hohen Bahn - Frachtsatzes noch seinen Vortheil findet. — 
Ebenso bedeutend als der Import von Farbhöizern beziffert sich 
für Triest die Einfuhr von Indigo, Cochenille, Safflor und Krapp; 
wählend aber Frankreich, England und Deutschland aus solchen 
Rohmaterialien feinere Farben-Droguen darstellen, Cochenille-, 
Indigo- und Safflor - Carmine fabriciren und Färb - Lacke von 
ausserordentlicher Schönheit bereiten, wie wir solche in reicher 
Menge auf der Ausstellung bewundern konnten, während die 
genannten Länder die natürlich gebotenen Materialien vom
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.