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deutende Verminderung erleiden wird, so dass zum geringsten
der Import des orientalischen Alizarins fühlbar herabgesetzt
werden dürfte.
So hat sich nun die Theer-Industrie um ein neues wichtiges
Glied bereichert; während die Ausbildung der Anilinfarben-Fabrication
durchaus nicht zurückgeblieben ist. Es hat dies
die Wiener Ausstellung in den Abtheilungen von Deutschland,
Frankreich, Belgien und der Schweiz in glänzender Weise bewiesen.
Nach einer Schätzung von Wurtz betrug bereits 1867 die
jährliche Gesammt-Production von Anilinfarben ungefähr 60 Millionen
Kilogramme, und für Europa allein erreichte die tägliche
Anilin-Production bereits schon 10.000 Kilogr. Ais natürliche
Folge dieser Massen-Production und Massen-Verarbeitung ergab
sich eine bedeutende Herabsetzung der Rohmaterial-Preise. —
Während noch 1858 das Kilogramm Anilin mit 40 bis 50 Francs
bezahlt werden musste, hat es heute einen Mittelwerth von ungefähr
3 Francs.
Obwohl die Begründung der Anilinfarben - Industrie (1856)
auf englischem und französischem Boden stattgefunden hatte und
eben dort ihre ersten wichtigsten Erfindungen gemacht worden
waren, nimmt heute Deutschland in diesem Industriezweige den
ersten Rang ein und zeichnet sich aus durch billige und gute
Waare.
Als Rohproduct des Theers dient das Benzol in der Anilinfarben-Industrie
und muss vor der Verarbeitung auf Farben in
Nitro-Benzoi und in Anilin-Oel umgewandelt werden. Um einen
nur annähernden Begriff von der colossalen Ausdehnung der Theer-Industrie
in Deutschland zu geben, sei hier erwähnt, dass daselbst
jährlich ungefähr 25.000 Ctr. Anilin-Oel dargestellt werden, zu
welchen noch weitere 10.000 Ctr. vom Auslande zur Deckung
des Fabriksbedarfes für Anilinfarben bezogen werden müssen,
und dass es viele Fabriken gibt, welche neben anderen Farbstoffen
eine Tages-Production von 10 Ctr. Fuchsin (Magenta-Roth)
liefern. — Deutschland hat in der Theerfarben - Industrie allen
anderen Mitbewerbern den Vorrang abgerungen, und über die
Verbreitung dieser Industrie belehrt uns A. W. Hofmann im