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Das Musikzimmer.
Der Zufall spielt mir die Repro
duktion eines Bildes von Schwind
in die Hände. Schubert-Abend
ist es betitelt. Eine Stimmung
strömt aus dem Blatt, zart wie
der Duft verdorrter Rosen; ein
Hauch der legendären liebens
würdigen Wiener Geselligkeit
weht durch den Raum. Es ist
ein Altwiener Bürgersalon, groß-
väterischer Hausrat steht umher,
Gastlichkeit und Gemütlichkeit,
der genius loci winkt aus allen
Winkeln hervor, ein Klavier steht
in die Mitte des Zimmers herein,
eines jener spinettartigen Instru
mente, zierlich und schlank, im
wohltuenden Gegensatz zu den
Monstren unserer heutigen Kla-
Salonschrank von Architekt Max Benirschke. viere, Schubert davor und ein
Kreis von Kunstsinnigen um ihn
herum, die Schwestern Fröhlich, selbstverständlich auch Grillparzer, dann
der gefeierte Opernsänger Vogel und alles, was damals zur geistigen
Elite gehörte. Damals war noch die Glanzzeit der Hausmusik. Die
vielen Duos, Trios, Quartette und Quintette, von den berühmten Ton
künstlern jener Zeit zu diesem Zwecke verfaßt, und die Zusammenstellung
der Instrumente sind an und für sich ein sprechender Beweis für den
eifrigen Betrieb der Hausmusik. Bach und Händel waren in jedem
Hause gekannt und geliebt. Finden wir heute noch gute Hausmusik?
Die Frage dürfte nicht ohneweiters zu bejahen sein. Zwar findet sich