Schlafzimmer u. Bad.
Was für die Vorfahren das Schlafzimmer
bedeutete, davon können wir
uns nach den heutigen Wohnungszuständen
keinen rechten Begriff
machen. Das Schlafzimmer galt so
ziemlich als der Hauptraum des
Hauses. Es sah aus wie ein Thronsaal.
Das mächtige Bett, zu dem
seitlich Stufen emporführten und
das baldachinartig überwölbt war,
stand, mit dem Kopfende an der
Wand, mitten im Raum. Im Zeitalter
der Gothik und der Renaissance
gab die Kunst ihren Segen dazu,
wundervolle Schnitzereien finden sich
selbst an den Betten bürgerlicher
Häuser vor. Im siebzehnten Jahrhundert
vollzieht sich ein guter Teil
des gesellschaftlichen Lebens im
Schlafzimmer. Es ist Toilettenzimmer,
Wohnraum, Empfangsraum, Speisezimmer,
sogar Küche, wenigstens für
die leichteren Speisen. Die Französin
hatte ihr Paradebett, sie empfieng
den großen Besuch im Bette liegend
oder sich ankleidend. Der Barockstil
hat darum auch keine anderen
Möbel ausgebildet, als das Himmelbett,
den Schreibtisch, der nach unten
zu Wäscheschrank ist, und oben als
Schreibkasten, geschl., v. Prof. Kolo Moser.
Schreibkasten, offen, von Prof. Kolo Moser.
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