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Full text: Die moderne Wohnung und ihre Ausstattung

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Die Frau des Offiziers beginnt heute einzusehen, 
daß es für ihre Wohnung nichts unpraktischeres 
geben kann, als den billigen Prunk und lächerlichen 
Zierrat, der in den durchschnittlichen Stadtwohnungen 
einen täuschenden Schein von Luxus und Eleganz 
erwecken soll. Der Begriff: standesgemäß, für den 
militärischen Beruf bindender, als für jeden anderen, 
hat in Bezug auf die Offizierswohnung eine seltsame 
Umwertung durch das Beispiel jener bürgerlichen 
Wohnungen erfahren, die von einer gedankenlosen 
marktlichen Massenfabrikation beherrscht, einen nicht 
mehr zu unterbietenden Tiefstand des Geschmackes 
bezeichnen. 
Standesgemäß, das sollte ursprünglich wohl heißen zweckgemäß, 
lebt heute nur der ledige Offizier. Er hat die typische Offizierswohnung 
ausgebildet, die in ihrer Einfachheit und Mobilität auf das Zelt zurück 
weist. Da steht sein eisernes Bett, ein Bücherbrett, ein paar Feldstühle, 
ein großer zusammenklappbarer Tisch, darauf er bequem Pläne, Skizzen, 
Bücher und Schreibzeug ausbreiten kann. Ordnung und Nettigkeit geben 
dem Raum den einzigen, aber auch wirksamsten Schmuck. Sobald der 
Offizier verheiratet ist, verliert seine häusliche Umgebung in der Regel 
ihren typischen Charakter. Die Frau des Hauses, welche in der Wohnungs 
frage zu entscheiden hat, hält sich an das Beispiel, das die Masse gibt. 
Sie richtet die Wohnung so ein, wie sie Geschäftsleute und Beamte haben, 
die nie oder nur selten in die Lage kommen, ihren Wohnsitz zu wechseln. 
Dann sieht man an den Möbeln jene schleuderhaften Schmuckformen, 
deren Daseinszweck nur darin besteht, die unsolide Mache zu verkleiden 
und ein Übermaß täglicher Reinigungsarbeit zu verursachen. 
Man kann sich leicht die Verwirrung vorstellen, wenn die Not 
wendigkeit eines Garnisonswechsels eintritt, auf den der aktive Offizier 
Ü\ Die Offizierswohnung. 
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