der schmierigen j Wand
bemalung grell hervor
stechend, der ratlosen
Hausfrau die einzige und
getreulich befolgte Aus
kunft auf die Frage:
»Wie sollen wir die Bilder
hängen ?«
Und sind sie glück
lich gehängt, gerade dort,
wo der göttliche Zufall,
der für die Löcher sorgt,
sie haben wollte, dann
freut sich Groß und
Klein über die schöne
Wohnung. Ich habe nichts
so himmlisch und nichts
so verderblich gefunden,
als diese Anspruchslosig
keit. Als ich einmal über
den ordinären Schund Einfaches Buffet von Arch. Prof. Joseph Hoffmann.
loszog, mit dem gewöhn
lich die Wände der Durchschnittswohnung angefüllt werden, schrieb mir
eine Dame: »Da haben Sie sich einmal gründlich blamiert! Sie dürften
ganz gut wissen, wozu die Bilder gehören! Oder ist es schöner, wenn
überall die Löcher hervorschauen? Glauben Sie vielleicht, daß sich jeder
Erste Beste einen Böcklin kaufen kann? u. s. w.<- Die zeitgemäße Dame,
die mir so temperamentvoll widersprach, ahnte wahrscheinlich gar nicht,
wie sehr sie mir recht gab. Der Aufschrei war sicher ein Beweis, daß
ich den Finger auf eine Wunde gelegt hatte. Ich glaube wahrlich nicht,
daß in ein derartiges Milieu ein Böcklin besser passen würde, als etwa
eines jener fabriksmäßigen Ölbilder, die der Rahmenhändler als Draufgabe
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