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Full text : Amtlicher Catalog der Ausstellung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Österreichs - Welt-Ausstellung 1873 in Wien

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Gruppe  XVI.
genannten  Firma  ihren  Erwerb  wirklich  bedroht  und  endlich  auch  vielfach ­
  zerstört  sahen,  einen  ganz  nachhaltigen  Widerspruch  erhoben.
Die  Waffen:  Kanonen,  Gewehre,  Bajonnete  und  Säbel  werden  durch
die  Privat-Industrie  zum  grossen  Theile  geschaffen  und  werden  durch  die
Staats-Arsenale,  insbesondere  durch  das  k.  k.  Arsenal  in  Wien,  dem
grössten  in  Oesterreich,  fertig  gemacht  und  für  den  Dienst  hergerichtet.
Uebrigens  werden  in  dem  genannten  Arsenale  fast  alle  Kanonen  der
Land-  und  See-Artillerie,  so  weit  diese  aus  Bronze  sind,  gegossen,
gebohrt,  montirt  u.  s.  w.  Nur  die  eisernen  schweren  Geschütze  werden
in  Steiermark  in  den  Giessereien  von  Mariazell  gegossen  und  fertig  gemacht. ­
  Bei  der  Erzeugung  von  Wurfgeschossen  und  Projectilen  betheiligen
sich  neben  dem  genannten  Etablissement  zu  Mariazell  auch  noch  andere
Privat-Anstalten.  Die  Erzeugung  des  Pulvers  zählt  auch  nach  der  Aufhebung ­
  des  Salpeter-Gefälles  noch  immer  zu  den  Staatsmonopolen.  Dasselbe ­
  ist  nun  freilich  so  eingerichtet,  dass  die  anerkannten  Fabrikanten
das  Rohmaterial  vom  Staate  erhalten,  ebenso  wie  die  Lieferungen  des
Pulvers  nur  an  bestimmte  Kaufleute  abgegeben  und  durch  diese  an  das
Publicum  verschleisst  wird.
Die  Erzeugung  von  Jagdflinten  und  Pistolen  gehört  vollständig  der
Privat-Industrie  und  hat  ihren  Hauptsitz  in  Wien,  den  einzelnen  Landeshauptstädten, ­
  dann  zu  Ferlach  in  Kärnten  und  im  Egerer  Kammerbezirk
zu  Weipert  und  anderen  Orten  für  ordinäre  und  ausserordentlich  billige
Waare,  von  wo  aus  auch  ein  bedeutender  Export  nach  Russland  und
Amerika  unterhalten  wird.
Die  letzten  Kriege  wurden  in  Europa  in  sehr  rascher  Aufeinanderfolge ­
  der  Thatsachen  und  in  überaus  kurzer  Zeit  immer  zu  Ende  geführt.
Ein  überaus  wichtiger  Grund,  warum  das  Sanitätswesen,  wie  es  auch
durch  die  Militär-Spitäler  und  Krankenhäuser  für  den  Frieden  ausreichend
sein  mag,  für  den  Krieg,  wie  in  ganz  Europa,  auch  in  Oesterreich  eine
nur  unwesentliche  Verbesserung  und  Entwicklung  gefunden  hat  und  somit
weit  hinter  jenen  Amerikas  zurückgeblieben.  Oesterreich  hat  in  den
letzten  Jahren  besondere  Transportwagen  für  Verwundete  eingerichtet,
ebenso  Medicamenten  -  und  Bandage-Tornister  eingeführt,  die  Sanitäts-Corps
  mit  Verbandtaschen  ausgerüstet.  Besonders  fördernd  war  in  dieser
Richtung  der  patriotische  Hilfsverein  in  Wien,  der,  ohne  eine  Concurrenz
gegenüber  der  Regierung  und  den  Fabrikanten  zu  sein,  sich  mit  der  Herstellung ­
  solcher  Mittel  und  Behelfe,  im  Kriege  mit  der  Pflege  der  Verwundeten ­
  u.  s.  w.  beschäftigt.
Was  das  österreichische  Erziehungswesen  für  das  Militär  betrifft,
so  gibt  es  in  Wien  einen  Kriegsschul-,  einen  Central  -  Cavallerie-,
einen  höheren  Artillerie-,  einen  Intendanz-  und  einen  Militär-Grenz-
            
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