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Full text: Amtlicher Catalog der Ausstellung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Österreichs - Welt-Ausstellung 1873 in Wien

Gruppe XVHI. 
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Erdmateriales geschieht mit Locomotiven auf provisorischen Eisenhahnen 
und mit Schiffen von 100—150 Tonnengehalt. Es wurde so im Jahre 1870 
eine Erd- und Schotteraushebung von 151.000 Kubikklaftem vollendet. 
Die Grundlage der Regulirung der Donau bei Wien und seiner Um 
gebung ist die Vertkeilung des Strombettes in 4 Baulose, von denen das 
1. die Strecke von der Kuckelau bis zum Roller, das 2. vom Roller bis 
zur Stadlauerbrücke, das 3. die Strecke von da ab bis zur Ausmündung 
des Donaucanales und das 4. von dieser Ausmündung bis zum Mannsdorfer 
Bau sich ausdehnt. Die Bauten haben bereits bei allen 4 Baulosen 
begonnen und schreiten in rüstiger Weise vorwärts. Uebrigens hat schon 
von diesem grossen, das ganze Strombett der Donau umfassenden 
Regulirungswerke, wie sie das Gesetz vom 8. Februar 1809 sichert, 
der Staat aus Staatsmitteln die Tiefe des Flussbettes und die Sicherung 
der Ufer zu schützen versucht. So wurden im Jahre 1868 Wasserbauten 
für die Regulirung des Donaustromes in der Gesammtlänge von 1644 
Klaftern, im Jahre 1867 von 2100 Klaftern, im Jahre 1866 von 2525 
Klaftern Bau vollendet. 
Auch auf die übrigen Flüsse wird thcils von der Regierung, tkeils 
von den einzelnen Ländern, eine hochachtbare Aufmerksamkeit hinge 
wendet, so auf die Regulirung des Schwarzaflusses, der immer mehr um 
sich greifende Verwüstung des Bodens verursachte, dann auf die obere 
und untere Leithastrecke von Trautmannsdorf aufwärts und abwärts; auf 
die Regulirung des Russbaches, des Pielaflusses von Rammersdorf bis 
Obergrafendorf, in Böhmen auf die Moldau und die Elbe. 
Das zweite bedeutungsvolle Werk ist der Bau der Wiener Hock- 
quellenwasserlcitung. Seit dem Jahre 1863 sind Vorstudien für die ent 
sprechende Wasserversorgung der Reichshauptstadt gemacht und die Be 
schlüsse im Jahre 1864 gefasst worden, die Quelle Kaiserbrunn am Fusse des 
Schneeberges, die Quelle bei Ternitz und die Quelle Alta bei Pitten nach 
Wien zu leiten. Als Ende 1865 die Baupläne für das grossartige Unter 
nehmen geprüft, 1866 von der Experten-Commission angenommen wurden, 
begann 1869 der Bau. Bis zum Jahre 1870 sind von den im Ganzen er 
forderlichen 3826 Current-Klafter langen Stollenherstellungen bereits 1124 
Current-KJafter durchbrochen und vollendet worden, auch von den 6 Aquä- 
ducten sind im 1. Baujahre schon sämmtliche Fundirungen bis auf die 
Sockelhöhe der Pfeiler ausgeführt worden und wird an dem Ausbau aller 
dieser einzelnen Theile mit grossen Kräften und rüstigen Fortschritten 
gearbeitet. — Es sind ausserdem die Kehlübersetzung bei Gainfakrn, die 
Sumpfdurchsetzung bei Watzendorf, mehrere Stützmauern gegen die 
Schwarza, grosse Bau-Objecte, die zum Theile schon vollendet sind, aus 
geführt worden. — Die im Ganzen herzustellenden 40.000 Längen-Klaftern
	        
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