Aus den Höhlenfunden von Miskolcz, Pilin, Haligöcz und Barathegy.
Die urgeschichtlichen Denkuräler Obernngarns.
ie ersten Lichtstrahlen der Geschichte beleuchten einigermaßen das Gebiet
Ungarns zur Zeit, als die Römer nach der Eroberung Galliens (58 bis
51 tu Ehr.) innerhalb eines kurzen Zeitraumes einerseits Pannonien,
Rhätien, Vindelicien, Noricum, kurz das ganze Dunantul (Ungarn
jenseits der Donau) erobern, anderseits aber die unter sich uneinigen
germanischen Sneven, Markomannen und Quaden botmäßig machen und an den westlichen
Theilen der Karpathen in der Nachbarschaft der Jazygier, unter Vannius' Herrschaft das
Königreich der Quaden begründen (19 v. Ehr.). Kann man die vorausliegende Epoche
im Allgemeinen die vorgeschichtliche Zeit Ungarns nennen, so gilt dies ganz besonders für
Oberungarn. Nach römischen und griechischen Schriftstellern läßt sich nämlich fast mit
Sicherheit behaupten, daß die Donangegend Ungarns durch einzelne keltische Stämme schon
zur Zeit Alexander des Großen, oder doch um Weniges später besetzt wurde; über Ober
ungarn und dessen nördliche und nordwestliche Gegenden jedoch findet sich selbst noch zur
Zeit der Völkerwanderung, ja sogar während der ersten Jahrhunderte nach der Begründung
des ungarischen Reiches nur hie und da etwas in jenen ältesten Quellen ausgezeichnet,
welche Kunde geben von der Ausdehnung Ungarns zur Zeit der „Landnahme". Man darf
daher getrost sagen, daß Oberungarn dazumal, als die Südgegend des Landes, und
Ungarn V. 2