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MAK

Full text : Amtlicher Catalog der Ausstellung der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder Österreichs - Welt-Ausstellung 1873 in Wien

XLIV

Die  militiirisclion  Lehranstalten  sind*.
Der  Central-Infanterie-Curs  in  Wien  mit

8  Lehrern  und  44  Frequentanten,

„  „  Cavallerie-  „  „  „  „  .
die  Kriegsschule  in  Wien  mit
der  höhere  Artillerie-Ours  in  Wien  mit  .  .
h  »  Genie-  »  »  n  b  •  •
„  Intendanz-Lehrcurs  „  „  „  .  .
der  Grenz-Yerwaltungs-Curs  in  Wien  mit  .

Summe:  70  Lehrer  und  279  Frequentanten

11.  Lehrer-Bildungsanstalten.  Ueber  diese  wichtigen  Anstalten  liegen  nur
für  die  im  Reichsrathe  vertretenen  Länder  Nachweisungen  vor.  Im  Jahre  1865  bestanden  '
daselbst  in  Verbindung  mit  den  Hauptschulen  45  Anstalten  mit  1855  Zöglingen.  Durch
das  neue  Volksschulgesetz  wurden  auch  diese  Anstalten  geregelt,  zu  Staatsanstalten  '
erklärt  und  der  Bildungs-Curs  auf  4  Jahre  festgesetzt.  Es  wurden  hienach  in  den  Landeshauptstädten ­
  und  den  übrigen  wichtigsten  Städten  38  Anstalten  für  Lehrer  und  14  für
Lehrerinnen  mit  Rücksicht  auf  die  herrschenden  Landessprachen  errichtet,  so  dass  an
den  Anstalten  in  den  Ländern  gemischter  Zunge  der  Unterricht  entweder  zweisprachig
oder  in  verschiedenen  Anstalten  nach  Sprachen  gesondert  ertheilt  wird.  Diese  Anstalten
wurden  mit  dem  Schuljahre  1870—71  eröffnet.  In  Ungarn  bestehen  an  den  Hauptschulen ­
  und  Lyceen  pädagogische  Curse.

Sonstige  Lehranstalten,

Von  den  nachfolgenden  Lehranstalten  liegen  die  Nachweisungen  nur  aus  den  im
Reichsrathe  vertretenen  Ländern  vor;  über  die  ungarischen  Länder,  wo  sämmtlicke
Arten  von  Lehranstalten  gleichfalls  bestehen,  fehlen  die  Angaben.
1.  Taubstummen-Institute.  Derartige  Anstalten  bestehen  in  der  westlichen
Reichshälfte  14,  und  zwar  öffentliche  zu  Wien,  St.  Pölten,  Linz,  Graz,  Klagenfurt,  Görz,
Hall,  Prag,  Leitmeritz,  Brünn,  Lemberg  und  Przemysl;  Privat-Institute  zu  W'ien
(israelitisches)  und  Trient.  Im  Jahre  1869  belief  sich  die  Zahl  der  Zöglinge  auf  837.
2.  Blinden-Institute.  Nebst  solchen  öffentlichen  Anstalten,  welche  für  den
Elementar-Unterricht  bestimmt,  zu  Wien,  Linz,  Prag,  Brünn  und  Lemberg  bestehen  und
im  Jahre  1869  im  Ganzen  218  Schüler  zählten,  findet  sich  noch  ein  Privat-Institut  zu
Wien  (84  Zöglinge)  und  zwei  andere  Anstalten  zu  Wien  und  Prag,  welche  den  Unterricht ­
  der  erwachsenen  Blinden  in  Handarbeiten  und  Musik  zum  Zwecke  haben.
3.  Waisenhäuser;  solche  wurden  1867  26  gezählt,  in  welchen  556  Knaben
und  833  Mädchen  verpflegt  wurden.
4.  Oeffentliche  Lehr-  und  Erziehungs-Anstalten.  Unter  diesem  Titel
fasst  die  amtliche  Statistik  die  Alumnate,  Convicte  und  Knaben-Seminare,  deren  Zöglinge ­
  in  den  Anstalten  die  Verpflegung  gemessen,  aber  an  anderen  Lehranstalten  (Universität, ­
  Gymnasium)  Unterricht  erhalten,  dann  die  zahlreichen  Institute  in  den  Nonnenklöstern ­
  zusammen.  Letzteren  kommt  nach  den  neuen  Schulgesetzen  nur  dann  noch
das  Oeffentlichkeitsrecht  zu,  wenn  sie  ihren  Lehrgang  nach  den  für  öffentliche  Anstalten
bestehenden  Normen  einrichten  und  sich  der  Beaufsichtigung  der  Schul-Inspectoren
unterstellen.  1869  zählte  man  145  solche  Anstalten  mit  2121  männlichen  und  weiblichen
Zöglingen.
            
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