Capitel XY
.—Tafeln 63, 64, 65.
KELTISCHE ORNAMENTE.
TAFEL LXIII.
LAPIDARISCHE VERZIERUNG.
1. Das Kreuz zu Aberlemno, 7 Fuss hoch, aus einer einzigen
Steinplatte gebildet. — Chalmers, Stone Monuments of
Angus.
2. Kreisförmiges Ornament an der Basis eines Steinkreuzes,
im Kirchhof von St. Vigean, Angusshire. — Chalmers.
3. Mitteltheil des Steinkreuzes, im Kirchhof der Insel Incli-
brayoe, Schottland.
4. Ornament vom Kreuz im Kirchhof zu Meigle, Angusshire.
— Chalmers.
5. Ornament von der Basis des Kreuzes neben der alten Kirche von Eassie, Angusshire.— Chalmers.
Anmerkung.—Ausser den verschiedenen Ornamenten die sich auf den hier dargestellten Steinen befinden, kommt noch
auf vielen Kreuzen in Schottland ein eigentkümliches Ornament vor, das sogenannte Brillenmuster. Es besteht aus zwei
Kreisen die mittelst zwei gebogener Linien verbunden sind, und diese Linien werden vom schiefen. Strich eines verzierten Z
durchschnitten. Die Alterthumsforscher haben sich vergebens bemüht den Ursprung und die Bedeutung dieses Ornamentes
auszufinden, von welchem wir (auser dem genannten), nur noch ein einziges anderes Beispiel gesehen haben, nämlich auf einer
gnostischen Gemme, in Walsh’s Essay on Christian Coins.
An einigen Kreuzen von Manx und Cumberland, wie auch am Kreuz zu Penmon, Anglesea, findet sich ein Muster das
der classischen Zeichnung ähnlich sieht, die auf der griechischen Tafel VIII., Fig. 22 und 27 dargestellt ist. Dieses Muster
wurde wahrscheinlich dem römischen Mosaikpflaster entlehnt, auf welchem es zuweilen vorkommt; es findet sich aber weder
in Manuscripten noch in Metallarbeiten.
TAFEL LXIV.
VERSCHLUNGENE STYLARTEN.
1-5, 10-22, 26, 42-44 sind Ränder von verschlungenen Band
mustern, aus angelsächsischen und irischen Manuscrip
ten im brittischen Museum, in der bodläischen Biblio
thek und in den Bibliotheken von St. Gallen und von
Trinity College, Dublin.
6, 7. Verschlungene Bandmuster, aus dem goldenen Evan-
geliarium der harläischen Bibliothek im brittischen
Museum.— Humphreys,
8. Schlussornament eines Anfangsbuchstaben, aus dem
Evangeliarium in der Biblothek zu Paris. No. 693.—
Silvestre.
9. Verschlungenes Ornament aus der irischen Handschrift
zu St. Gallen.—Keller.
23. Schlussornament eines Anfangsbuchstaben, aus dem
Krönungsbuch der angelsächsischen Könige, das Werk
fränkisch-sächsischer Künstler.— Humphreys.
24. Verschlungenes Schlussornament, aus dem tironischen
Psalmbuch in der Bibliothek zu Paris.—Silvestre.
25. Schlussornament, mit eingeschaltetem Blattwerk und
natürlich gezeichneten Thiergestalten, aus dem golde
nen Evangeliarium.—Humphreys.
27. Winkelförmiges Ornament mit Verschlingungen, aus der
Bibel zu St. Denis, p 4 «* Jahrhundert.
28. Muster von Winkellinien, aus dem Evangeliarium zu
Lindisfarne. Ende des 7 ten Jahrhunderts.
29. Feld mit verschlungenen Verzierungen, aus dem Psalm
buch des heiligen Augustin im brittischen Museum.
6 tes oder 7 tes Jahrhundert.
30. Ornament aus vier verbundenen Dreischenkeln gebildet,
aus dem fränkisch-sächsischen Sacramentarium des
heiligen Gregors, in der Bibliothek zu Rheims. 9 tes oder
lOtes Jahrhundert.—Silvestre;
31. Theil eines gigantischen Anfangsbuchstaben, aus der
fränkisch-sächsischen Bibel zu St. Denis. 9 tes Jahr
hundert.— Silvestre.
32. Verschlungenes Vierpass-Ornament, aus dem Sacramen
tarium zu Rheims.—Silvestre.
33. Winkelförmig verschlungenes Ornament, aus dem golde
nen Evangeliarium (vergrössert).
34 und 37. Verschlungene Ornamente, von rothen Punkten
gebildet, aus dem Evangeliarium zu Lindisfarne.
35. Verschlungenes dreischenkeliges Muster, aus dem Krö-
nungs-Evangeliarium der angelsächsischen Könige.
36. Kreisförmiges Ornament von vier Dreischenkeln, aus
dem Sacramentarium zu Rheims (vergrössert).
| 38 und 40. Anfangsbuchstaben aus dem Evangeliarium zu
Lindisfarne, mit verschlungenen Mustern. Thierfiguren,
und winkelförmigen Linien. Ende des 7 ten Jahrhun
derts (vergrössert).
39. Sohlussornament mit Hundesköpfen, aus dem fränkisch
sächsischen Sacramentarium zu Rheims.— Silvestre.
41 und 45. Vierwinkelige verschlungene Ornamente, aus
dem Messbuch des Leofric in der bodläischen Biblio
thek.
91
/