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Full text : Grammatik der Ornamente

KELTISCHE  ORNAMENTE.

4.  Juengere  ANGELSAECHSISCHE  Ornamente.—  Ungefähr  um  die  Mitte  des  zehnten  Jahrhunderts
brachten  einige  Künstler,  hei  der  Ausschmückung  ihrer  schönsten  Manuscripte,  einen  andern  Styl  in  Anwendung, ­
  der  nicht  minder  auffallend  war  als  der  der  frühem  Künstler,  und  ebenso  sehr  vom  Style  jedes
andern  Landes  abwich.  Dieser  bestand  aus  einer  rahmenartigen  Zeichnung,  mit  goldenen  Stäben,'die  die
ganze  Seite  umgaben,  während  in  dem  auf  diese  Weise  umschlossenen  Kaum  der  Titel  und  andere  Miniaturmalereien ­
  angebracht  waren.  Die  Kähmen  waren  mit  Blattwerk  und  Knospen  verziert,  aber  auch  hier
behauptete  die  Idee  der  verschlungenen  Muster  ihren  Einfluss,  indem  die  Blätter  und  Stämme  mit  einander
und  auch  mit  den  Stäben  verwoben  waren;  ausserdem  waren  die  Winkel  mit  zierlichen  Kreisen,  Vierecken,
Rauten  und  Vierpässen  geschmückt.  Im  Süden  von  England  erreichte,  wie  es  scheint,  dieser  Ornamentationsstyl
  seine  höchste  Vollendung,  und  die  prächtigsten  Beispiele  dieser  Verzierungsweise  wurden  zu  Winchester, ­
  im  Kloster  des  heiligen  Aethelwold,  während  der  zweiten  Hälfte  des  zehnten  Jahrhunderts  verfertigt.
Das  prachtvollste  dieser  Exemplare  ist  wohl  das  in  der  Archceologia  vollständig  illustrirte  Benedictionale  des
Herzogs  von  Devon  shire;  doch  kommen  zwei  andere  in  der  Bibliothek  zu  Kouen  verwahrte  Exemplare,
diesem  Prachtwerke  beinahe  gleich,  und  dasselbe  kann  vom  Evangeliarium,  in  der  Bibliothek  von  Trinity
College,  Cambridge,  behauptet  werden.  Das  Evangeliarium  des  Königs  Canute,  im  brittischen  Museum,
ist  ein  Beispiel  derselben  Art,  und  hat  uns  die  Fig.  20,  Tafel  LXV.,  geliefert.
Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  dass  die  grossen  Manuscripte  der  fränkischen  Schulen  Karls  des  Grossen,
die  mit  Blattwerk  geschmückt  waren,  unsern  spätem  angelsächsischen  Künstlern  ursprünglich  die  Idee  eingegeben ­
  haben,  Blattwerk  als  Schmuck  in  ihre  Verzierungen  aufzunehmen.
J.  0.  WESTWOOD.

BIBLIOGRAPHISCHE  NACHWEISUNGEN.

Ledwick.  Antiquities  of  Ireland.  4to.
O’Conor.  Biblioth.  Stowensis.  2  Bände  4to.  1818.  Auch,  Berum
Hibernicarum  Scriptores  veteres.  4  Bände  4to.
Petrie.  Essay  on  the  Round  Towers  of  Ireland.  Gross  8vo.
Betham.  Irish  Aniiquarian  Researches.  2  Bände  8vo.
O’Neill.  Illustrations  of  the  Grosses  of  Ireland.  Fol.,  in  Lieferungen.
Keller,  Ferdinand,  Dr.  Bilder  und  Schriftzuge  in  den  Irischen
Manuskripten;  in  den  Mittheilungen  der  Antiq.  Gesellsch.  in
Zürich.  Bd.  7,  1851.
Westwood,  J.  0.  Palceographia  Sacra  Pictoria.  4to.  1843-1845.
„  Im  Journal  of  the  Archceological  Institute,  Bände
vii.  und  x.  Auch  zahlreiche  Artikel  in  der
Archceologia  Cambrensis.
Cumming.  Illustrations  of  the  Grosses  of  the  Isle  of  Man.  4to.
Chalmers.  Stone  Monuments  of  Angusshire.  Imp.  fol.

Spalding  Club.  Sculptured  Stones  of  Scotland.  Fol.  185(1.
Gage,  J.  Dissertation  on  St.  JEthelwold 1  s  Benedictional,  in  Archceologia, ­
  Band  xxiv.
Ellis,  Sir  H.  Account  of  Cccdmon’s  Paraphrase  of  Scripture  History,
in  Archceologia,  Band  xxiv.
Goodwin,  James,  B.D.  Evangelia  Augustini  Gregoriana  ;  in  Trans.
Cambridge  Antiq.  Soc.  No.  13,  4to.  1847,  mit  elf  Tafeln.
Bastard,  Le  Comte  de.  Ornements  et  Miniatures  des  Manuscrits
Franpais.  Imp.  fol.  Paris.
Worsaae,  J.  J.  A.  Afbildninger  fradlet  Kong.Museum  i  Kjöbenhavn.
8vo.  1854.
Und  verschiedene  Werke  von  Willemin,  Strutt,  Du  Sommerard,
Langlois,  Shaw,  Silvestre  and  Champollion,  Asyle  (on
Writing),  Humphreys,  La  Croix,  und  Lysons  (Magna  Britannia).


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