ITALIENISCHE ORNAMENTE.
Frankreich, um da» Lösegeld für Franc L au bezahlen; der grössere Therl aber rst wabrsche.nkch m
spaterer Zeit „mgea,beitet worden. Doch befinden sich im Cabinet des Grossherzogs von Toskana und im
Louvre zu Paris, schöne Sammlungen von emaillirten und mit Juwelen besetzten Schalen Beo em un
andern Gegenstände», die von der Geschicklichkeit und dem Geschmack de, Goldschmiede und Juweliere des
sechzehnten Jahrhunderts hinlängliches Zeugnis ablegen. Eines der reichste» zu jener Zeit gebräuchlichen
Kleinodien war die sogenannte “ enseigne," eine Art Medaille die die Edelleute gewöhnlich am Hute un
die Damen im Kopfputz zu tragen pflegten. Die zu jener Zeit herrschende Sitte be, allen wichtigen Gele
genheiten Geschenke zu machen, gab den Juweliere» beider Länder beständig Beschäftigung, die n, “
Nähe der Höfe, selbst in den stürmischsten Zeiten keine Unterbrechung erlitt. Als die V ertrage zu
Chateau Cambresis Italien den Frieden wieder schenkten, und die Thronbesteigung Heinrich s in
Frankreich den Kriegen daselbst ein Ende machte, fanden die Goldschmiede einen noch grossem Absatz für
ihre Arbeiten. Etwas später bahnte die Prachtliebe der Cardinäle Richelieu und Mazarm den eg zum
kommenden Zeitalter Ludwigs des Grossen, auf dessen Befehl zahlreiche und prächtige Kunstwerke von
dem pariser Goldschmiede Claude Ballin, welcher zugleich mit Labarre, Vincent Petit Jul,an Desfontames
und manchen andern Künstlern im Louvre arbeitete, ausgeführt worden sind. Unter den Gegenstand« .e
zu jener Epoche de» Scharfsinn der Goldschmiede vielfach in Anspruch nahmen, war die von den Edelleuten
allgemein getragene - aigrette.” Von diese, Zeit an gerieth der Styl der französischen Juwelenarbe,ten m
Verfall während die Werke in Bronze und Messing sich durch gediegene und vollkommene Arbeit auszeich-
£ 'und die ciselirten Werke in Messing, die der berühmte Gouthie, zur Zeit Ludwigs XVI ausfuhrt ,
wten über alles Lob erhaben. Wir geben zwei sehr hübsche gravirte Beispiele dieser Art pari», Arbeit.
Die straffe Gespanntheit und die Kleinlichkeit dieser Art Ornamente wurde durch die fehlerfreie gediegene
Aripfiilirnncr derselben wieder vergütet.
Arabesken von Theodore de Bry, einem der “ Kleinmeister.”
Die Entwickelung und die Popularität der Kunst der Goldarbeiter blieb nicht ohne Einfluss auf die
Zeichenkunst im Allgemeinen, indem die Goldschmiede bei den fähigsten Zeichnern und Graveuren ihre
Zeichnungen und Muster machen liessen, die aber nachher auch als Decorationen zu ganz verschiedenen
Arbeiten verwendet wurden. Dies war in Deutschland, und ganz besonders in Sachsen der Fall, wo die
Kurfürsten zahlreiche Arbeiten ausführen liessen, in welchen ein Gemisch von Renaissance und verdorbenen
italienischen Stylarten vorherrschte, die aus Nestelverzierungen, Bandwerk, Zierrahmen, und verwickelten
Complicationen architektonischer Glieder bestanden. Der hier eingeschaltete Kupferstich einer Decoration
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