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Full text: Grammatik der Ornamente

GRIECHISCHE ORNAMENTE. 
ganz klein waren, sicher auf eine Weise colorirt sein mussten, die geeignet war sie deutlich zu machen, und 
das Muster hervorzuheben. Von diesem Punkte ausgehend, haben wir uns erlaubt, die Nummern 18, 29, 
31, 32, 33, die bisher nur als goldfarbige oder braune Ornamente auf weissein Marmor erschienen waren, 
mit den passenden Farben zu versehen. 
Tafel XV. enthält eine Sammlung der verschiedenen Varietäten des griechischen Zinnfrieses, von der 
einfachen erzeugenden Form No. 3, bis zum complicirtern Mäander No. 15. Man wird finden, dass die 
Manniclifaltigkeit der Gestaltsanordnung, die man mittelst der rechtwinkeligen Verschlingung der Linien 
erzeugen kann, nur sehr beschränkt ist. So haben wir zuerst den einfachen Mäander No. 1, der mit einer 
einzelnen Linie sich in einer Richtung fortbewegt ; dann den doppelten Mäander No. 11, in welchem eine 
zweite Linie sich mit der ersten verschlingt; alle die übrigen bildet man, indem man einen der genannten 
Mäander unter den andern setzt, und zwar, entweder in verschiedener Richtung sich fortbewegend, wie No. 17; 
Rücken gegen Rücken gestellt, wie No. 18 und 19; oder Vierecke umschliessend, wie No. 20. Alle die 
andern sind unvollständig, d. h. sie bilden keinen ununterbrochenen Mäander. Der schräge Zinnfries ist 
der Urheber aller andern Formen der verschlungenen Ornamente, die den verschiedenen spätem Stylarten 
ano-ehören, welche nach dem griechischen entstanden. Der arabische Mäander wurde zuerst davon abge 
leitet, und'erzeugte dann seinerseits die unendliche Verschiedenheit der verschlungenen Verzierungen, die 
gebildet werden, indem man gleich weit von einander abstehende diagonale Linien in rechten Winkeln 
durchschneidet, eine Verzierung, die die Mauren mit so grosser Vollkommenheit im Alhambra entwickelten. 
Arabisch. Maurisch. 
Die knotenartige Verzierung der Kelten unterscheidet sich von den verschlungenen Mustern der Mauren 
nur darin, dass den diagonalen durchschneidenden Linien ein gekrümmtes Ende hmzugetugt wurde. So 
entstand aus der ersten leitenden Idee, so bald man ihrer nur habhaft wurde, eine unendliche Mannig 
faltigkeit neuer Formen. 
Die knotenartige Seilverzierung war wohl auch nicht ohne Einfluss, sowohl 
auf die Bildung der keltischen, als auf die arabischen und maurischen verschlun- 
genenen Ornamente. 
Die chinesischen Mäander sind minder vollkommen, als alle die obgenannten. 
Gleich den griechischen, entstehen sie aus senkrechten und horizontalen sich 
durchschneidenden Linien, aber es fehlt ihnen die Regelmässigkeit, und sie verlängern sich meistens in 
[e]Ie]Uh][b!fi Ji—‘-lrvü c=L] 
Chinesisch. Chinesisch. 
horizontaler Richtung. Auch werden sie am häufigsten abgebrochen gebraucht, d. h. man findet denselben 
Zinnfries wiederholt, entweder nach einander oder über einander, ohne dass er einen fortgesetzten Mäander 
bildet. 
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