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MAK

Full text : Die Ausstellung oesterreichischer Kunstgewerbe 4. November 1871 - 4. Februar 1872

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Ein  Fach,  welches  leider  nur  durch  einen  Aussteller  vertreten  war,
ist  die  Stereoskopphotographie.  Hofgärten-Director  Antoine  brachte  eine
Collection  von  Glasstereoskopen  zur  Ansicht,  welche  grösstentheils  Veduten
aus  dem  Laxenburger  Park  enthielt,  die  durch  ihre  künstlerische  Wirkung
fesselten.  —  Bedenkt  rfian,  welche  bedeutende  Rolle  die  Stereoskopbilder
auf  Glas  und  Papier  im  Kunsthandel  Frankreichs  und  Englands  spielen,
so  ist  das  Zurückbleiben,  das  bei  uns  in  dieser  Branche  constatirt  werden
muss,  sehr  zu  bedauern.
Schopf’s  Aufnahmen  des  Platzes  der  Weltausstellung  und  der  hiefür
  aufgestellten  Profile,  F.  W.  Jantsch’s  Aufnahmen  aus  dem  nordöstlichen ­
  Theile  Böhmens  boten  interessante  Objecte.
Aufnahmen  von  Industriegegenständen  und  Alterthümern
  brachten  L.  Anger  er,  W.  B  urg  er,  M.  Frankenstein  &  Comp.,
Schrank  &  Massak  und  S.  Widter.
Die  Abbildungen  von  Bronzewaaren,  Holzsculpturen,  Gläsern  und  ähnlichen ­
  Objecten,  welche  L.  Anger  er  ausstellte,  zeigten,  wie  dieser  vielseitige ­
  Photograph  alle  technischen  Schwierigkeiten  zu  bewältigen  weiss.
A.  Widter’s  Abbildungen  von  Rüstungen  und  Waffen  aus  der  Ambrasersammlung
  und  dem  Waffenmuseum  des  Arsenales  sind  ebenso
mustergiltig,  wie  die  bereits  früher  erwähnten  Aufnahmen  der  Baudenkmäler. ­
  Franken  stein  brachte  eine  Musterkarte  von  Neusilberobjecten,
Schrank  &  Massak  mehrere  Blätter  aus  dem  Musterkataloge  des  Lampenfabrikanten ­
  R.  Ditmar,  und  illüstrirten  hiemit  auch  die  Verwendung
der  Photographie  zu  rein  commerciellen  Zwecken.
Eine  glückliche  Bewältigung  der  in  den  etwas  dunklen  Raumen  der
Ambrasersammlung  dem  Photographen  gebotenen  Schwierigkeiten  zeigten
die  neuen  Aufnahmen  vieler  Objecte  derselben  durch  Schrank  &  Massak.
Sehr  mager  vertreten  war  die  Reproduction  von  Zeichnungen ­
  und  Gemälden.  In  ersterer  Richtung  rettete  L.  Angerer  gleichsam ­
  die  Ehre  der  Wiener  Photographen,  indem  er  eine  Collection  der
für  das  Museum  angefertigten  Reproductionen  von  Dürer’schen  Handzeichnungen ­
  ausstellte.
Wer  die  Schwierigkeiten  kennt,  welche  bei  solchen  Aufnahmen  durch
die  Färbung  des  Papieres,  sowie  durch  die  Abschwächung  der  Farbe
des  Zeichenmateriales  geboten  wird,  wer  noch  weiter  bemerkt,  dass
unter  den  ausgestellten  Blättern  auch  Reproductionen  von  gemalten  oder
doch  mit  einzelnen  dick  aufgetragenen  Farben  aufgehöhten  Zeichnungen
sich  befanden,  muss  die  Virtuosität  bewundern,  mit  welcher  alle  diese
Schwierigkeiten  überwunden  wurden.
Die  Reproduction  von  Oelgemälden  war  durch  zwei  gute  Blätter,
welche  die  Firma:  Schrank  &  Massak  ausstellte,  vertreten;  die  Reproduction ­
  von  Landkarten  und  Situationszeichnungen  durch  die  höchst
correcten  Blätter,  welche  sich  unter  den  Objecten  des  Hauptmannes
Schopf  fanden.
            
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