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MAK

Full text : Die Ausstellung oesterreichischer Kunstgewerbe 4. November 1871 - 4. Februar 1872

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dinenstange,  sowie  des  Consoletisches  von  Ulrich  &  Co.  Was  das  grösste
Object  der  in  Rede  stehenden  Technik  betrifft,  so  ist  daran  zwar  unendlich ­
  viel  Gold  angebracht  und  es  glänzt  dieses  Gold  auch  genug,  ist  aber
eben  nicht  alles  Gold  was  glänzt.
Uhrkästen  sind  in  verschiedenen  Stylen  auf  der  Ausstellung  vertreten.
Prof.  A.  Hauser  hat  eine  in  antik  -  architektonischem  Gehäuse  entworfen, ­
  ausgeführt  von  Tischler  Spannbauer  und  Bildhauer  Hutterer;
A.  Braun,  Tischlergehilfe,  schnitzte  eine  ziemlich  gothische;  von  Schlesinger ­
  ist  eine  im  Renaissancestyl,  schwarz  mit  Intarsia;  von  Hartei
eine  grössere  in  demselben  Style  zu  sehen.  /•
VIII.
Das  Mobiliar.
(Verschiedene  Style  und  Richtungen.  —  Bedeutung  der  Renaissance.  Die  Standmöbel.  —
Schnitzerei.  —  Intarsien.  —  Die  Sitzmöbel.  —  Eisenmöbel.)
Vielleicht  gibt  es  heute  keinen  Zweig  der  Kunstindustrie,  der  so  deutlich ­
  wie  das  Mobiliar  erkennen  lässt,  dass  wir  im  Suchen  nach  neuen,  modernen, ­
  uns  gemässen  Kunstformen  begriffen  sind,  nach  Kunstformen,  die
besser  sind  als  jene,  die  uns  vom  abgelebten  Rococo  überkommen  waren
und  durch  die  Herrschaft  des  französischen  Geschmacks  gehalten  wurden.
Dieses  Suchen  drücken  die  ausgestellten  Möbel  in  sehr  charakteristischer ­
  Weise  aus.  Das  Rococo  oder  wie  man  die  Stylweisen  des  18.  Jahrhunderts ­
  nennen  will,  ob  nun  Louis  XV.  oder  Louis  XVI.,  ist  fast  ganz
unvertreten  ,  und  das  ist  wenigstens  als  ein  Zeichen  zu  betrachten  ,  dass
unsere  Möbelfabrication,  wenigstens  überall  dort,  wo  es  auf  etwas  ankommt,
sich  von  der  Herrschaft  des  französischen  Geschmacks  losgerungen  hat.
Aber  welche  Richtung  soll  sie  nunmehr  einschlagen?  Dass  sie  eine  eigene
oder  ihre  eigene  Kunstweise  noch  nicht  gefunden  hat,  dass  sie  daher  ziemlich ­
  bunten  und  vielartigen  Charakters  ist,  dass  sie  suchend  auch  wohl  in
der  Irre  geht,  ist  daher  natürlich  und  begreiflich.
Indem  wir  ihren  Wegen  folgen  und  auch  die  Richtung  betrachten
wollen,  wohin  das  Mobiliar  etwa  zu  lenken  wäre,  halten  wir  es  für  gut,
Standmöbel  und  Sitzmöbel  getrennt  zu  besprechen,  nicht  weil  etwa  beide
verschiedenen  Stylgesetzen  zu  folgen  hätten,  sondern  weil  sie  in  der  That
verschiedene  Gesetze  zum  Theil  verfolgt  haben  und  weil  sich  für  die
Standmöbel  das  Richtige  und  Naturgemässe  leichter  auffinden  lässt.
Unter  Standmöbeln  im  Gegensatz  zu  Sitzmöbeln  verstehen  wir  das
ganze  Gebiet  der  Kasten,  Credenzen,  Büffets,  Schränke,  Tische  u.  s.  w.
In  ihnen  liegt  unleugbar  ein  architektonisches  Element.  Wir  wollen  damit
keineswegs  sagen,  dass  Schrank  oder  Kasten  ein  kleines  Haus  sein  solle,
es  tritt  aber  doch  bei  ihnen  in  ähnlicher  Weise  Gliederung,  Verhältniss
räumlicher  Theile,  Beziehungen  von  tragenden  und  getragenen,  stützenden
und  lastenden  Theilen  zur  Erscheinung,  und  ebenso  bieten  sich  Flächen,
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