Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Johann Georg Loehnig

268

Leistung  wie  das  sogenannte  „grüne  Watteau-Service“  dem  sächsischen  Hofe
genügen  müssen,  waren  um  dieselbe  Zeit  im  „Preis-Courante“  von  1765  meist
nur  „ordinäre  Malereien“  und  selbst  unter  der  „feineren  Malerey“  außer  den
weitaus  vorherrschenden  stereotypen  Blumen  oderFrüchten  nebst  „Mosaique“-Rändern
  nur  Landschaften,  Federvieh,  Viehstücke,  Jagden  und  Bataillen,
Bauern  und  Watteau-Figuren  —  meist  nur  in  der  Art  des  grünen  Watteau-Services
  —,  höchstens  einige  Tabatieren  mit  besserer  Malerei  erkennbar,  so
wird  dies  nun  fast  mit  einem  Schlage  anders.  Die  Anregungen,  die  Direktor
Fletscher  (1764)  aus  Paris  mitgebracht,  beginnen  Früchte  zu  tragen;  neue

■*-§



£

*

Vf

Abb.  6.  Tete-ä-tete  im  Landes-Gewerbemuseum  zu  Stuttgart

klassizistische  Kupferstiche  nach  Angelika  Kaufmann  oder  van  der  Werff,
Vignettenbildchen  von  G.  Geßner  bereichern  das  Vorbildermaterial;  klassizistische ­
  Elemente,  wie  „Festonen“,  „ä  la  Greque“-Ränder  oder  „Hetrurische
Kanten“  melden  sich  seit  1765  zunächst  schüchtern  an,  um  allmählich  den
Rokokogeist  zu  verdrängen.  Dazu  kommen  technische  Errungenschaften,  wie
die  Verbesserung  der  Farben  Rosa,  Grün  und  Fleischfarben,  besonders  aber
des  französischen  Königsblaus  (bleu  royale),  das  zwar  schon  1765  in  Meißen
versucht  wurde,  aber  erst  seit  1782  als  sogenanntes  „Gutbrennblau 1 ,  ganz
im  Sevres-Ton  gelingt  und  von  nun  an  für  die  ganze  Marcolini-Zeit  als  die
beliebteste  Fondfarbe  beibehalten  wird.  Ornamentale  Goldränder  in  radiertem ­
  Gold,  meist  in  Verbindung  von  Blumenkränzen  und  Bandschleifen,
mitunter  auch  gemalte  Rähmchen  in  Deckfarben  (Abb.  g)  sorgen  dafür,  daß

I
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.