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andere industrielle Zweige bereits erfolgreich wirken. Es sei dringend
nöthig, der lediglich auf Empirie und Tradition beruhenden deutschen
Glasindustrie frische, auf wissenschaftlicher Basis stehende Kräfte zuzuführen.*)
Das einzige, der Förderung der Glasindustrie gewidmete Institut,
welches in Deutschland vorhanden ist, ist das von Dr. Max Müller in
Braunschweig auf eigenes Risico begründete und geführte Laboratorium für
Glasindustrie; von dort wurden schon viele werthvolle Arbeiten geliefert,
doch könne bei einem zunächst auf Erwerb angewiesenen Privatunternehmen
das allgemeine Interesse nur in zweiter Linie Berücksichtigung finden.
Es wird daher ein Institut empfohlen, welches auf solider wissenschaftlicher
Basis steht.
Die Metallurgie ist schon längere Zeit ein Gebiet, in welchem Berlin
dominirt. Jetzt können im deutschen Reiche mehrere Privatgießereien
große Bronzegüsse durchführen ohne Staatssubvention; wie es auch in
Frankreich keine Staatserzgießerei gibt. Der Bericht vom Jahre x 88 x beschäftigt
sich S. 89 eingehend mit der Bronze-Kunstindustrie und
der Gold-und Silberwaaren-Fabrication. Er constatirt den großen
Aufschwung dieser Kunstindustrien, bemerkt aber, dass dem kaufmännischen
Betrieb der Mangel an Geschäftshäusern für Export hemmend in
dem Wege steht. Eingehend werde ich den Bericht in den »Mittheilungen
des Museums« behandeln. Bei diesen Abtheilungen nimmt der Bericht
Anlass sich gegen die kunstgewerblichen Lotterien auszusprechen.
Man darf hiebei nicht vergessen, dass in Berlin alle Wissenschaften,
welche sich auf Metallurgie beziehen, Chemie, Technologie, Mathematik
etc., ganz vorzugsweise gepflegt werden. Die ganze Organisation der
neuen technischen Flochschule zielt dahin, dieses Institut zu einem Centralpunkt
sämmtlicher technischen Wissenschaften zu machen. An dieser Flochschule
hat auch Professor Reuleaux eine Stätte großer Wirksamkeit
gefunden.
Auch in allen die Modewelt, besonders die Bekleidung betreffenden
Artikeln, nimmt Berlin, wesentlich gefördert durch eine rührige und intelligente
Kaufmannschaft, selbst Paris gegenüber eine dominirende Stellung ein.
Die besten deutschen Modejournale, welche in alle Cultursprachen übersetzt
werden, erscheinen in Berlin. Oesterreich nimmt in diesen Fächern
eine secundäre Stellung ein, und wird, solange die Beschränkungen des
inneren Marktverkehres dauern, von Berlin abhängig bleiben. Ganz
besonders hebt der Bericht hervor, dass die deutschen Goldschmiede
in der richtigen Erkenntniss, dass der Maßstab der Werthschätzung
eines Goldschmuckes nicht sowohl in dem edlen Metall als vielmehr in
der classischen Ausführung gefunden werden müsse, darin fortgefahren
sind, sich mehr den stylvollen Arbeiten zuzuwenden. Kunst-*)
Das interessanteste und beste was in jüngster Zeit von der deutschen Glasindustrie
geschaffen wurde, geht aus der Rheinischen Glashütten-Actien-Gesellschaft in Ehrenfeld
bei Köln aus.