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Jecorirten Räume abspielt. Sie erfüllen ihren Zweck
besser, wenn sie den Charakter der Illuminirung ein¬
halten, wie ihn auch die Wandgemälde und Glasmale¬
reien des Mittelalters besaßen, welche mit wenig Farben
und geringer Modellirung, ohne tiefe Gründe und daher
ohne viele Nebendinge, einfach ihre Sache darstellten.
Solche friesartig erzählende Weise, bei welcher die Figuren
sich nebeneinander über den Raum vertheilen, ist die rechte
Art der Gobelins. Bei ihr geschieht kein Schade, wenn auch
der Stoff sich faltet, zusammengenommen wird und wieder
auseinanderfällt. Es ist daher auch das Streben, mit dem
Gobelin dem Oelgemälde gleichzukommen oder eine mög¬
lichst vollkommene Copie berühmter Bilder erster Meister
zu schaffen, wie es in unserer Zeit und zum Theile früher
schon bei der französischen Gobelinsfabrication die Mode
war, als ein verkehrtes zu erachten. Das Werk verfehlt
damit seine Bestimmung, erfüllt nicht die Absicht und ver¬
ursacht umsonst Mühen und Kosten, die ebenso enorm wie
unnöthig sind.
Als Decoration, sei es für Wohngemächer, sei es für
Festräume, sind auch die Gobelins in der Wahl der Gegen¬
stände beschränkt. Die Wirkung mag auf Reichthum, Glanz.
Großartigkeit angelegt sein, aber sie muss dabei einen fest¬
lich heiteren Charakter tragen. Daher verbieten sich allzu
ernste, traurige Gegenstände, Scenen aus dem Leiden
Christi, Marterscenen der Heiligen (es sei denn für die
Kirche); selbst der tiefe seelische Ausdruck in den Figuren
ist wenigstens unnöthig; der Schein desselben genügt, wenn
die darstellende Scene ihn verlangen sollte. Die Aufgabe
des Tapissiers, der doch immer nur ein copirender
Künstler ist und in seiner Technik für die Darstellung des
Ausdruckes der Seelenvorgänge Schwierigkeiten findet, ver¬
einfacht sich dadurch. Er hat nur darzustellen, was mit
seiner Kunst leicht und natürlich darzustellen ist. Alle¬
gorien in Arabesken und Ornamenten, genrehafte Scenen
mit landschaftlichem Hintergrunde, mythologische Darstel¬
lungen, geschichtliche Bilder, in epischer Breite erzählt, das