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Zwecke entspricht, so geht der Begriff des Textilen aus dem
Worte verloren. Am besten behelfen wir uns immer noch
mit dem Worte Gobelins, dessen Gebrauch ja ziemlich allge¬
mein geworden ist, nur sei nicht vergessen, dass wir
darunter nicht blos die Arbeiten jener französischen An¬
stalt dieses Namens verstehen, nicht blos alle französischen,
flandrischen, belgischen Gewebe dieser Art, sondern auch
das, was in früheren Zeiten, im ganzen Mittelalter in
gleicher Technik gearbeitet worden und zur Bekleidung der
Wände, zum Schmucke der Wohnung gedient hat.
Technisch betrachtet, ist das Wesentliche und charak¬
teristisch Entscheidende für die Gobelins, dass sie mit der
Hand gearbeitet werden, indem die Hand es ist, nicht die
Maschine, welche alle farbigen, Zeichnung und Figuren
bildenden Fäden durch die senkrecht gespannte Kette (haute
lisse) hindurchflicht, sie ganz damit bedeckend. Die Gobe¬
linsarbeit ist darum, streng genommen, nicht Weberei,
sondern Wirkerei und fällt unter jene Bezeichnung der
Weberei nur in dem allgemeinen Sinne, als überhaupt der
textilen Kunst angehörig. Nur mit diesem richtigen Ver¬
ständnisse kann man die Gobelins der Weberei zuzählen.
In anderer Weise wiederum unterscheiden sie sich von der
Stickerei. Beide haben das Gleiche, dass sie freie Compo-
sitionen, malerischer wie ornamentaler Art, ohne Wieder¬
holung darstellen können, während die Weberei — wenn
man nicht eine künstliche Ausnahme macht — ihr Muster
in Regelmäßigkeit wiederholt. Die Stickerei bedarf dazu
eines Untergrundes, in der Regel eines gewebten Stoffes,
auf welchem sie mit der Nadel den Gegenstand ihrer Ver¬
zierung ausführt; bei den Gobelins entstehen Bild und
Grund zugleich, oder vielmehr sie sind eines und dasselbe.
In Bezug auf das Material sind beide gleich oder können
es wenigstens sein, denn die Stickerei hat mehr Stoffe zu
ihrer Verfügung: die gemeinsamen sind Fäden von Wolle,
Seide, Silber und Gold.
Aus der Art der Technik, bei welcher die Hand frei
arbeitet, geht bereits hervor, dass die Gobelins künstlerisch