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1298. Männliche Figur, jugendlich, bartlos, ganz nackt, nur über dem
linken Unterarm ein (frei bewegliches) fein ciselirtes Löwen- (?) Fell.
Das Flaupthaar fast stilisirt: vom Scheitel aus laufen radial eine
Menge Zöpfchen, deren Enden das Gesicht kranzartig umgeben,
darüber läuft diademartig ein Doppelzopf um den ganzen Schädel
herum. Die Rechte bis zur Scheitelhöhe erhoben, schwang nach
rückwärts eine M affe (Keule?). Gesichtszüge derb, unschön, Behandlung
des Leibes archaisch streng, aber in Einzelheiten (Muskulatur,
Haare etc.) fast pedantisch. Spuren von Versilberung. Wohl ein
etruskischer Herkules-Typus. H. 0'125. Aus Chiusi.
Herr Fr. Trau.
1299. Athena in Kampfstellung, rechts ausschreitend, Oberleib en face,
Kopf und wagrecht erhobener rechter Arm ganz nach ihrer rechten
Seite gewendet. Der linke Arm hielt die Lanze aufrecht, der rechte
(Unterarm fehlt) wohl den Aegisschild. Die Kleidung beschränkt
sich auf einen Chiton, dessen Ueberfall als dreikantiger Wulst den
Leib gurtförmig umgibt und in sinnloser Weise mit Strichen und
Punkten besonders verziert ist. Am Oberleib ist das Gewand ledig.-lich
durch zwei unter den Brüsten und zwei doppelte weiter unten
einciselirte Bauschfalten angedeutet; die Längsfalten am Untertheile
des Kleides sind in derselben Weise bezeichnet. An jedem Oberarm
zwei, am linken Unterarm ein scheibenförmiger, gekerbter
Armring, an den Ohren grosse tropfenförmige Gehänge. Ober der
Nasenwurzel entspringen zwei scharfkantig profilirte Locken, welche
die Augenhöhlen halbkreisförmig umgeben und vor den Ohren herabfallen;
parallel damit fallen vom Scheitel aus vier ebensolche auf
die Schultern, so dass das Profil eines Helmes entsteht. Gesicht
roh, hauptsächlich in Folge der unbeholfenen Ciselirung. In der
Nabelgegend ein viereckiges Loch, ober den Brüsten ein ähnliches,
dem ein drittes im Rücken entspricht. Zwei weitere an der rechten
unteren Gewandseite. H. 0'155. Herr Fr. Trau.
D300. Weibliche Figur in Tunica mit verziertem Halssaume (und
Halskette?). Das Obergewand mit gleichfalls durch Kreise ornamentirtem
Saum ist über den Kopf gezogen und auf die linke Schulter
geworfen. Der rechte Arm liegt im Bausche des Gewandes vor der
Brust, der linke ist in die Seite gestemmt. Das in der Mitte
gescheitelte Haar fällt zu Seiten des barbarisch gebildeten Gesichtes
herab. Verzierte Schuhe. H. 0'145. Herr Fr. Trau.
1301. Männliche Figur, nackt, plumper Körper, Beine geschlossen,
die gebeugten Arme nach vorne, rechte Handfläche vertical, die
linke nach oben, Nase, Spitzbart und Haar nur durch Striche
angedeutet, Brustwarzen gross und erhaben. Sehr rohe (keltische?)
Arbeit, auf antiker Standplatte. H. 0’096. Aus Augsburg.
Herr Fr. Trau.
Beschr. Archaeolog.-epigraph. Mitth. III. (1879), S. 185 n. 65 von Gurlitt, der
sie für einheimische Nachbildung eines etruskischen Originals und für die
Deckelfigur eines Eimers etc. hält.
1302. Gespann; niederer viereckiger Kasten auf zwei Scheibenrädern,
darin sitzen auf einem über die Ränder gelegtem Brette eine
männliche und eine weibliche Figur, Beide die Linke auf den
Rücken, die Rechte der Frau (zügelhaltend?) vorgestreckt, der rechte