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Object: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 203)

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Rokitanskfs hervorheben. Ein Zeugniss seiner unermüdlichen Thätig- 
keit und seltenen Ausdauer wird sein großer Stich der RafaePschen 
"Schule von Athene geben, einer der größten Kupferstiche, welche in 
unserem Jahrhundert durchgeführt wurden. Abgesehen von seinem kunst- 
historischen Werthe, da er theilweise eine Restauration des vielfach be- 
schädigten Frescobildes in den Stanzen des Vaticans bildet, wird Jakoby's 
Stich der "Schule von Athen: eine glänzende Probe des Kupferdruckes 
in Oesterreich liefern. Wir werden auf diesen Stich zurückkommen, sobald 
er veröffentlicht sein wird. 
Für zwei Techniken, ohne welche der Kupferstich nicht recht 
gedeiht, für den Kupferdruck und die Papiererzeugung für Kupferdruck, 
hat Jakoby bestens gesorgt. Pisani ist ein vortretTlicher Druckenund 
die Gesellschaft der vervielfältigenden Künste besitzt jetzt die beste 
Kupferdruckerei, welche in Oesterreich vorhanden ist. Wie lebhaft diese 
Techniken betrieben werden, zeigt der Umstand, dass jetzt, nach i8jäh- 
riger Wirksamkeit Jakobfs, in Wien in drei Werkstätten achtzehn 
Kupferdruckpressen thätig sind. 
Auch in der Wiener internationalen Kunstausstellung nehmen die 
Schüler Jakoby's eine geachtete Stellung ein. 
Jakoby gehört in die Reihe jener aus Deutschland berufenen Pro- 
fessoren, welche, wie Bonitz, Vahlen, Conze, lhering, Brinz u. A., eine 
für Oesterreich ungemein nützliche und ersprießliche Wirksamkeit ent- 
faltet haben. 
(uPressem) r R. v. E. 
Organisirung der Fachschulen für Kunstgewerbe. 
Die Pol. Corresp. bringt in der I-Wiener Zeitung-i vom 23. Juli folgenden Artikel, 
welcher geeignet ist, über unser Fachschulwesen im Allgemeinen zu orientiren: 
Alle Gewerbefachschulen in Oesterreich haben mit einer einzigen Ausnahme die 
Ausbildung von Arbeits- und Hilfskräften für die einzelnen Gewerbe zum Zwecke. 
Jene Ausnahme bildet die Kunststiekereischule (gewissermaßen auch die Spitzenschule) 
in Wien, welche in ihr Lehrziel auch die Aufgabe aufgenommen hat, Lehrkräfte und 
selbständige Repräsentanten ihres Faches zu erziehen. Alle gewerblichen Fachschulen 
sind oifentliche Anstalten und ertheilen Tages-, Abend- und Sonntags-Unterricht für 
Fortbildung der Lehrlinge und Gehilfen des betreffenden Gewerbes. Sämmtliche Schulen 
sind vom Staate errichtet und werden vom Staate verwaltet und überwacht; die Ver- 
waltung des gesammten gewerblichen Bildungswesens liegt seit t. Janner 1382 in den 
Händen des Unterrichtsministers. Bei Gründung der gewerblichen Fachschulen verlangt 
die Regierung von den betretienden Gemeinden nur die Beistellung der Localitäten, der 
Bedienung, Beheizung und Reinigung der Schulen. Insofern diese Anstalten von anderen 
Corporationen (Gewerbevereinen, Handels- und Gewerbekammern u. s. w.) unterstützt 
werden wollen, kann sich eine solche Unterstützung nur auf Zuwendung von Stipendien 
und auf Vermehrung der Lehrmittel erstrecken, letztere können in jedem Falle nur mit 
ausdrücklicher Genehmigung des Ministeriums gespendet werden. Specielle Lehrpläne 
und Studienordnuugen existiren derzeit noch nicht, ihre Stelle vertritt vorläufig eine Art 
von Generalstatut, welches für jede besondere Fachschule mit einigen derselben ent- 
sprechenden Abänderungen Geltung hat. 
ln allen gewerblichen Fachschulen umfasst der Tagesunterricht, der in den Stunden 
von 8-11, auch bis r Uhr, dann von 2-6 Uhr ertheilt wird, gewerbliches Fachzeichnen, 
unter bestimmten Verhältnissen auch das Modelliren, ferner die praktische Unterweisung 
in dem betretfenden Gewerbe, dem die grüßte Anzahl der Stunden gewidmet ist; außer- 
dem werden noch Geschaftscorrespondenz, gewerbliche Buchführung, Technologie und
	        

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