Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Katalog der archaeologischen Ausstellung

-  35  -

erzielen.  Der  besonders  in  den  Augen  und  dem  halbgeöffneten  Munde
liegende  Ausdruck  der  Erschlaffung  und  besonders  die  satyresken
Ohren  verbieten  die  Deutung  auf  Dionysos  und  weisen  auf  eine
Gestalt  des  bacchischen  Kreises  —  etwa  auf  einen  idealisirten  Silen.
Augen,  Lippen,  Stirnbinde  und  die  Bändchen  des  Kranzes  waren
versilbert.  Dieses  prächtige,  ebensosehr  durch  den  künstlerischen
Entwurf  wie  durch  die  technische  Meisterschaft  hervorragende  Stück
zierte  wohl  den  Henkelansatz  eines  grossen  Prunkgefässes.  Vgl.
darüber  und  über  Analoga  die  Publication  R.  v.  Schneidens  in  den
Mitth.  der  Central-Commission,  N.  F.  XI  (1885),  S.  85  ff  mit  Tafel.
H.  0-212,  Br.  0-157.  Aus  Cilli.  Localmuseum  in  Cilli.
412.  Weibliche  Figur  auf  einem  Throne,  dessen  Vorderbeine  von
Pinienzapfen  bekrönt  sind,  während  über  den  Blattcapitälen  der
höheren  Hinterbeine  sich  eine  bogenförmige  Nische  erhebt.  Die
Figur  ist  bekleidet  mit  einem  langen  Aermelrock  aus  geripptem
Stoffe;  die  Säume  mit  Schnüren  besetzt,  ebenso  die  Ränder  zweier
Schlitze,  aus  denen  die  Knie  hervortreten.  Vom  Untergewande
kommt  nur  über  den  mit  Schuhen  bekleideten  Füssen  ein  kleines
Stück  zum  Vorschein.  Auf  dem  Haupte  eine  Krone  mit  sechs
Zacken.  Die  Hände  halten  auf  dem  Schosse  eine  Art  Fruchtgehänge.
Das  Ganze  auf  einem  abgerundeten  Hohlkörper,  der  die  Verkleidung
eines  vorspringenden  Zapfens  gebildet  haben  muss.  Gewand  und
Stil  weisen  auf  spätrömisch-byzantinische  Zeit.  Eine  befriedigende
Erklärung  dieser  Darstellung  steht  noch  aus.  H.  0*117.  Sockel
H.  0-058,  Br.  0-085.  Aus  Cilli.  Joanneum  in  Gra
Abgeb.  Mitth.  d.  histor.  Vereines  für  Steiermark,  1862.  Taf.  I  u.  Seidl-Kenner,
Beitr.  zu  einer  Fund-Chronik  VIII,  S.  43  ff.
413.  Juppiter  Heliopolitanus.  Den  Leib  bedeckt  oben  ein  römischer
Panzer,  unterwärts  eine  Art  Sack,  auf  dem  in  netzförmigen
Quadraten  Bilder  der  Sonne,  des  Mondes  und  der  Sterne  angebracht
sind;  zwischen  dem  Vorder-  und  Rückentheile  lange  verticale  Blitze.
Auf  dem  Haupt  ein  aus  Palmenwedeln  gebildeter  Kalathos;  einen
solchen  Wedel  hielt  wahrscheinlich  auch  die  vorgestreckte  Linke,
während  die  abgebrochene  Rechte  in  Kopfhöhe  vielleicht  ein
Aehrenbüschel  schwang.  Vgl.  über  ähnliche  Darstellungen:  Studniczka,
  Archaeol.-epigraph.  Mitth.  VIII  (1884),  S.  61  f.  H.  0'14.
Joanneum  in  Gra
414.  Geräthe-Fuss:  Ueber  einem  sechsseitigen  niederen  Sockel  eine
Thierkralle,  die  nach  oben  in  vier  Blätter  übergeht.  Aus  diesen
wächst  der  Leib  eines  jugendlichen  Satyrs  heraus;  er  ist  nackt,  ithyphallisch,
  spitzohrig,  und  hielt  zwischen  der  erhobenen  Linken  und
der  dem  Hinterkopf  genäherten  Rechten  wahrscheinlich  ein  Fruchtgewinde. ­
  Eine  auf  dem  vierten  Kelchblatte  aufstehende  fünfseitige
Dülle  diente  blos  zur  Aufnahme  des  eigentlichen  Geräthe-Fusses.
H.  0"125.  Joanneum  in  Graz.
415.  Fortuna,  in  Aermelchiton  und  Mantel,  im  gewellten  Haar  eine
Stephane,  der  linke  wagrecht  vorgestreckte  Unterarm  hält  ein
kleines  Füllhorn  an  die  Schulter,  die  gesenkte  Rechte  hielt  das
Steuer;  die  Augen  waren  eingesetzt.  H.  0'13.  Gefunden  in  Wels
1873  beim  Abgraben  eines  Dammes.  Herr  Fr.  Trau.
Beschr.  Archaeolog.-epigraph.  Mitth.  II  (1878),  S.  158,  Nr.  47.

3*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.