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MAK

Full text : Katalog der Internationalen photographischen Ausstellung im Oesterr. Museum für Kunst und Industrie 1881

Photographische  Verfahren.

V

sich  nicht  auflöst,  so  kann  man  clas  unsichtbare  Lichtbild  mit  wässerigen
Entwicklungslösungen  (Pyrogallussäure  und  Ammoniak,  oxalsaures  Eisenoxydul)
  her  vorrufen 1 ).  Die  „Bromsilber-G-elatine-Platten“  sind  ausserordentlich ­
  lichtempfindlich  und  übertreffen  hierin  die  älteren  Collodionplatten
  um  das  vier-  bis  zehnfache.  Dieses  Verfahren  kommt  erst  in
der  neuesten  Zeit  zur  allgemeineren  Anwendung,  und  zwar  haupsächlich
zu  Momentaufnahmen®),  in  der  Landschaftsphotographie,  Porträtphotographie ­
  etc.  Zum  raschen  Oeffnen  und  Schliessen  des  photographischen
Apparates  wurden  eigene  Vorrichtungen  (Momentverschlüsse  )
construirt.
Neben  der  schon  länger  bekannten  Bromsilber-Gelatine-Emulsion
wurde  in  jüngster  Zeit  auch  ein  Verfahren  mit  Chlorsilbe  r-Gelatine-Emulsion
  entdeckt  und  hier  zum  ersten  Male  ausgestellt ­
 4 ).
In  neuerer  Zeit  wurden  auch  Emulsionen  hergestellt,  m  welchen
die  Collodion-  und  Gelatine  -  Emulsion  combinirt  sind  (Collodion-Gelatine-Emulsion
 5 ).
Positivprocess.
Die  Copien,  anfänglich  lediglich  nach  Talbot’s  Kalotypprocess
  mit  Zuhilfenahme  von  lichtempfindlichen  Silbersalzen  hergestellt,
entsprachen  meistens  weder  den  Anforderungen  einer  längeren  Unveränderlichkeit, ­
  noch  den  Ansprüchen,  welche  hinsichtlich  einer  raschen
Vervielfältigung  gestellt  werden.  Jedem  dieser  Umstände  ist  zuzuschreiben,
dass  zahlreiche  Verfahren  zur  Darstellung  von  Copien  vorgeschlagen
wurden,  welche  nach  der  einen  oder  anderen  ßichtung  gesteigerten  Anforderungen ­
  entsprechen.  Demnach  bestehen  in  unseren  Tagen  neben  dem
bereits  seit  1840  üblichen  Silberdruck  zur  Herstellung  der  einzelnen
Copien  mit  Hilfe  des  Lichtes,  noch  vorzugsweise  der  Pigmentdruck,
ferner  die  ph  o  t  o  m  e  ch  anis  ch  e  n  Methoden,  nämlich  der  Photoreliefdruck ­
  und  die  Druckmethoden  mit  fetten  Farben,  als:  Photoehe ­
  m  i  g  r  a  p  h  i  e,  Photolithographie,  Photozinkographie,
Lichtdruck,  P  hotoz  ink  o  typie,  Ph  oto  gravure.  Bei  diesen  photomechanischen ­
  Methoden  wird  auf  photographischem  Wege  eine  Form  oder
Platte  von  der  Beschaffenheit  hergestellt,  wie  solche  bei  den  älteren  graphischen ­
  Vervielfältigungsverfahren,  also  z.  B.  in  Kupferstich  und  Kupferdruck, ­
  in  der  Lithographie,  im  Buchdruck  verwendet  werden,  indem  man
die  Einwirkung  des  Lichtes  auf  gewisse  Substanzen,  vorzugsweise  auf
Asphalt  oder  auf  Mischungen  von  Gelatine  mit  Kaliumbichromat  entsprechend ­
  benützt.  Ist  aber  die  Platte  oder  Form  hergestellt,  so  kann
man,  unabhängig  von  der  Beschaffenheit  des  Lichtes,  die  Copien  durch

>)  Siehe  z.  B.  Ausstellung  A  1  VII,  A  18,  B  II,  B  17,  B  19,  B  24,
B  30,  B  31,  C  33,  D  6.
2 )  Siehe  z.  B.  Ausstellung  A  13,  B  7.
3 )  Siehe  z.  B.  Ausstellung  F  3.
■’)  Siehe  Ausstellung  B  2.
5 )  Siehe  Ausstellung  C  24,  B.
            
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