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MAK

Full text : Katalog der Internationalen photographischen Ausstellung im Oesterr. Museum für Kunst und Industrie 1881

Photographische  Verfahren.

IX

fette  Druckfarbe  au,  worauf  iu  der  lithographischen  Presse  in  gewöhnlicher ­
  Weise  gedruckt  werden  kann.
Man  kann  aber  auch  Papier  mit  einer  Schichte  von  Gelatine,
Gummi  oder  anderen  organischen  Substanzen  überziehen  und  selbes  dann
durch  Schwimmen  auf  einer  Lösung  von  Kaliumbichromat  lichtempfindlich ­
  machen  (sensibilisiren).  Nach  dem  Trocknen  wird  das  Papier
unter  dem  Negativ  exponirt  und  hierauf  mit  fetter  Farbe  mittelst  einer
Walze  überzogen  (eingewalzt).  Wird  das  Blatt  sodann  mit  einem  feuchten
Bäuschchen  vorsichtig  gerieben  ,  so  haftet  die  fette  Farbe  an  den  vom
Lichte  getroffenen  und  veränderten  Stellen,  während  sie  von  den  anderen ­
  sich  abhebt  (Entwickeln).  Man  legt  hierauf  das  so  erhaltene
Blatt  mit  der  Bildseite  auf  den  lithographischen  Stein  und  zieht  es  wie
bei  einem  gewöhnlichen  Umdruck  durch  die  Presse.  Nach  dem  Aetzen
ist  der  Stein  zum  Drucke  geeignet  J ).
Photozinkographie  und  Photozinkotypie.
Statt  der  lithographischen  Steine  können  auch  Zinkplatten  verwendet ­
  und  nach  den  oben  angegebenen  Methoden  behandelt  werden
(Photozinkographie).
Wird  die  Zinkplatte,  welche  das  Asphaltbild  trägt  oder  auf  welche
das  mit  fetter  Farbe  hergestellte  Bild  umgedruckt  wurde,  mit  Säuren
geätzt,  so  kann  ein  für  den  Buchdruck  geeignetes  Gliche  erhalten  werden.
Zu  diesem  Zwecke  muss  jedoch  die  auf  die  eine  oder  andere  Weise
erhaltene,  auf  Zink  befindliche  Zeichnung  durch  wiederholtes  Einwalzen,
Einstaubeu  mit  Harzen,  Anschmelzen  dieser  Masse  und  Aetzen  mit
Salpetersäure  von  steigender  Concentration  gehörig  hochgestellt  werden
(Photozinkotypie 2 ).
Man  kann  aber  auch  dadurch,  dass  man  eine  entsprechend
präparirte  Zinkplatte  unter  einem  linearen  Positiv  insolirt  und  sodann
die  nach  der  Entwicklung  blosgelegten  Stellen  vorsichtig  ätzt,  eine
Ticfdruckplatte  für  die  Kupferdruckpresse  erhalten  (Photochemigraphie ­
 3 ).
Lichtdruck.
Der  Lichtdruck,  ein  der  Photolithographie  ähnliches  Verfahren
wird  mannigfach  benannt,  so:  Collotypie,  da  eigentlich  Leim  dis
Druckschicht  bildet,  Albertypie  von  dem  Hofphotographen  Albert,
der  das  Verfahren  zur  Anwendung  im  Grossen  ausgebildet  und  eingeführt
hat,  Glasdruck,  auch  Hyalographie,  da  die  Leimschicht  in  der
Regel  auf  Glas  aufgetragen  ist,  iu  Frankreich  und  England  auch  H  e  1  i  o  -
typie  oder  Ph  ot  o  ty  pi  e,  in  Amerika  Arto  typie.  Meistens  wird  eine
Mischung  der  Lösungen  von  Leim  und  Kaliumbichromat  (Chromgelatine)
auf  eine  Glasplatte  aufgetragen  und  nach  dem  Trocknen  unter  einem
Negativ  exponirt,  hierauf  in  kaltem  Wasser  zur  Entfernung  alles  Chromates
gewaschen.  An  den  vom  Lichte  getroffenen  Stellen  hat  die  Chromat-*)

  Siehe  z.  B.  Ausstellung  A  1,  A  2,  A  11,  C  25.
s )  Siehe  z.  B.  Ausstellung  A  2,  A  5,  B  12,  B  28,  C  8,  C  9,  C  32.
3 )  Siehe  z.  B,  Ausstellung  A  11.

b
            
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