VORWORT.
D ieses Buch ist in der Absicht verfaßt, unser Publikum darüber aufzuklären, wie Land^
bäuser, die ihren wahren Zweck erfüllen, beschaffen sein sollen. In wenigen Worten
lautet dieser Zweck: Schaffung von Gebäuden, welche im Garten gelegen und eine
gemütliche anheimelnde Stätte gesunden Wohnens sind. — Um zu veranschaulichen, daß
unter den vielen Tausenden von Landhäusern und Villen in Österreich, die zum allergrößten
Teil ihrem Zweck nicht einmal nahekommen, doch wenigstens in den letzten Jahren
von tüchtigen Architekten und vernünftigen Bauherren gute, entsprechende Vertreter dieser
Gebäudekategorie geschaffen wurden, hat der Verfasser dieses Buches eine Anzahl von
Beispielen guter Landhäuser gesammelt und in diesen Blättern veröffentlicht.
Der einleitende Text soll von den Nachteilen sprechen, die bei unseren leider so vielen
schlechten Landhäusern sofort zu finden sind und die Art behandeln, wie ein Landhaus be,
schaffen sein soll, um wohnlich, traulich und praktisch zu sein und nach außen hin in
der entsprechenden Weise in Erscheinung zu treten.
Der Laie soll in diesem Buche nicht etwa eine Mustersammlung sehen, aus der er im
Bedarfsfälle ein Beispiel wählt und kopieren läßt, er soll sich bei solchen Fragen stets an einen
Architekten wenden und dessen eingedenk sein, daß der Grundriß eines Gebäudes aus den
Bedürfnissen und Gewohnheiten der Bewohner herauswachsen soll, daß aber, nachdem diese
bei den Menschen sehr verschiedenartig sind, auch die Grundrißbildung ebenso verschieden^
artig sein muß und daß daher gerade beim Landhause ein Grundriß auch nur für eine
einzige Familie vollkommen entsprechen wird.
Um dieses Buch recht inhaltreich zu gestalten, wurden einzelne Abbildungen aus
fachtechnischen österreichischen Blättern entnommen, welche dem Verfasser freundhehst
überlassen wurden, weshalb hier den folgenden Blättern der beste Dank dafür gesagt werden
soll: dem „Architekt", dem „Bautechniker", der „Wiener Bauindustrie^Zeitung“ und der
„Wochenschrift für den öffentlichen Baudienst“.
WIEN, im März 1910.
Architekt Dr. Arnold Karplus.