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Object: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Bukowina

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Nicht viel glücklicher in seinen literarischen Bestrebungen war Toader Raeocea, der als 
rumänischer Translator beim Lemberger Gubernium um das Jahr 1816 fungirte. Er 
hatte im Jahre 1817 im Vereine mit Jon Budai Deleanul einen Aufruf veröffentlicht, in 
welchem er zur Pränumeration und Mitarbeiterschaft für eine herauszugebende literarische 
Zeitschrift einlud. Von dieser Zeitschrift konnte jedoch erst im Jahre 1820 ein einziges Heft 
von 195 Seiten unter dem Titel: , Lkrsslorimlierä romLnsssü" in Czernowitz erscheinen. 
Sonst finden wir im Lande in den ersten siebzig Jahren nach der Vereinigung der 
Bukowina gar keine Anregung zu nationaler geistiger Arbeit. Es versuchte sich zwar Vassile 
Tzintila noch als Zögling der damaligen Clericalschule in Czernowitz im Jahre 1802 
in einigen burschikosen Gedichten („Ltitiuii äs Aluras truiaoass äiir laiirts sloboäs. 
sooase, einiges äs rmnri äats, innits lslinri Läurmts") und veröffentlichte als Priester 
im Jahre 1814 zu Czernowitz einen hundertjährigen Kalender (»Tadslarnie vsemie 
ealinäarin x>s o snta äs aal"), mußte aber seine fernere literarische Thätigkeit einstellen, da 
sie keine Aneiferung und Unterstützung fand. Ebenso arbeitete auch der Mönch Petru Porfir 
Dimitrovici nur aus innerem Antriebe an einem rumänischen etymologischen Wörterbuche, 
das unveröffentlicht blieb. Er versuchte um das Jahr 1826 die lateinischen statt der 
sogenannten cyrillischen Lettern im Rumänischen zu gebrauchen, und im Jahre 1837 wurde 
er vom griechisch-orientalischen Konsistorium in Gemeinschaft mit Jon Jlarion Hakman 
mit der Abfassung eines rumänischen Hauskalenders betraut, der unter dem Titel: 
, Oalsnäarlü äs sasa psrckru Lueovirm ps maul 1839" fertiggestellt wurde, aber wegen 
der Revisionen und Censuren, die er Yassiren mußte, erst für das Jahr 1841 veröffentlicht 
werden konnte und seitdem unter wechselnder Redaction (Consistorium; Sotiskaksg. psrckru 
ealkura si litsratura roiniaL; ^saäsraisa ortoäoesa) regelmäßig erscheint. 
In lateinischer, beziehungsweise deutscher Sprache veröffentlichten in derselben 
Periode Aristides Bendella im Jahre 1838 und Johannes Schessan im Jahre 1845 
Dissertationen zur Erlangung des Doctorgrades in der Medicin, der Seminarspiritual 
und spätere Metropolit Teoktist Blajevici eine „Theoretisch-praktische Grammatik der 
dacoromanischen Sprache, Lemberg und Czernowitz 1844", und der Seminarrector und 
spätere Metropolit Teophil Bendella eine geographische Schrift: „Die Bukowina im 
Königreiche Galizien, Wien, 1845". Auch die Professoren an der 1826 errichteten theo 
logischen Lehranstalt, wie Jon Tomiuc, Konstantin Popovici senior, Nikulai Hakman, 
Jon Calinciuc, Vassile Janovici und Jon Jlarion Hakman hatten für ihre Fächer in 
lateinischer Sprache Leitfäden, welche dann nach dem Jahre 1848 rumänisch überarbeitet 
wurden, verfaßt, dieselben aber nicht gedruckt, sondern nur in Abschriften verbreitet. 
Einen erfreulicheren Aufschwung nahm die literarische Thätigkeit der Bukowiner 
Rumänen erst in der Periode seit 1848, insbesondere nach der 1862 erfolgten Errichtung
	        
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