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MAK

Full text : Katalog der Theodor Graf'schen Funde in Aegypten

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qo.  Bruchstück  eines  winzigen  Kinderjäckchens.  Die  Gobelinverzierung
im  Streifen  ähnlich  wie  vorher.  Das  Aermelende  ist  mit  einer
schmalen,  blauweissen  Wollborte  in  überschossener  Arbeit  besetzt.
91.  Bruchstück  eines  befransten,  mit  Uni-Streifen  dessinirten  Baumwolltuches ­
  (Todtenlacken).  Dasselbe  enthält  als  Gobelinverzierung  in
combinirter  Arbeit  ein  von  vier  farbigen  Blättern  umgebenes
Hauptornament  (welches  hier  fehlt  —  Granatapfel?  s.  Nr.  117).
92.  Prächtiger  feiner  gefütterter  Baumwollstoff,  uni.  Die  an  der  äussern
(rechten)  Seite  sichtbare  Dessinirung  in  Horizontalstreifen  bietet  an
der  inneren  Stoffseite  gleichzeitig  die  Fütterung;  indem  dieselbe  hier,
zufolge  eines  besondern  technischen  Vorganges  bei  dem  Weben,  durch
flottliegende,  in  langen  gedrehten  Strähnen  herabhängende  Maschen
oder  Schleifen  gebildet  wird.  Unten  rechts  sieht  man  die  blaue
Fabriksmarke  (sime).  Bruchstück  eines  kürzeren  Winterkleides
(tunicella).
Eine  wichtige  Bedeutung  erhält  der  Gräberfund  eben  auch  durch  die  Constatirung
  der  vorstehend  beschriebenen  Gewebegattung.  Aus  frühen  morgenländischen ­
  Quellen  ist  wohl  nachweisbar,  dass  in  Aegypten  an  gewissen  Orten  »gefütterte ­
  Stoffe«  (arab.  mubättane)  verfertigt  wurden,  ohne  dass  man  jedoch  über  die
Natur  derselben  hätte  klar  werden  können.  Nun  liegt  unseine  Reihe  solcher  Textilerzeugnisse ­
  greifbar  vor,  als  neuer  glänzender  Beleg  orientalischer  Ueberlieferungstreue.

93.  Kurzärmeliges  unter  den  Achselhöhlen  (zum  Durchlässen  der  Arme)
ausgeschnittenes  Kinderkleidchen  (tunicella)  aus  gefüttertem  Baumwollstoff, ­
  mit  weissem,  rothem,  roth  und  weiss  melirtem  und  gelbem
Fütterungsdessin.  Die  farbigen  Strähne  bestehen  aus  Wolle,  die
weissen  (gebräunten)  aus  Baumwolle.
94.  Bruchstück  eines  kirschrothen,  am  Saume  gelb  gestreiften  groben
baumwollenen  Winterkleides  mit  sehr  langen  Fütterungsmaschen  in
rother,  gelber  und  grüner  Wolle.
g5.  Linke  Hälfte  einer  langärmeligen,  mit  langen  gelben  Wollsträhnen
gefütterten  Baumwolljacke  (tunicella  manicata).
96.  Linke  Hälfte  einer  kurzärmeligen,  unter  den  Achselhöhlen  geschlossenen, ­
  doch  mit  Saumschlitzen  versehenen  Wintertunica  aus  Baumwolle.
Die  stets  horizontale  Fütterung  (resp.  Dessinirung)  besteht  abwechselnd ­
  aus  weisser  (gebräunter)  Baumwolle  und  dunkelrother  Wolle.
An  der  rechten  unteren  Ecke  die  F’abriksmarke  (sime)  in  rother
Wolle.  Ausserdem  sind  noch  spärliche  Ueberreste  von  aufgenähten
buntfarbigen  Aermel-,  Achsel-  und  Halsborten  zu  sehen.
97.  Gefütterter  Baumwollstoff,  uni,  wie  Nr.  92,  nur  gröber.
98.  Rothgestreifter  gelber  Cheisch  (s.  Anm.  zu  Nr.  1),  mit  rothem,
braunem  und  gelbem  Wollendessin  gefüttert.  Stellenweise  gestopft.
Bruchstück  eines  Wintermantels.
            
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