MAK

Volltext: Hohe Warte - Illustrierte Halbmonatsschrift zur Pflege der künstlerischen Bildung und der städtischen Kultur, 2. Jahrgang 1905/06

verloren gehen wollte, so doch zu verkümmern drohte. Hier Halt ge^ 
boten zu haben und von neuem aufzubauen, was in der Zeiten Lauf 
zerstört wurde, ist ein verdienstliches Werk. Das wollte ich einmal sagen. 
„PRESSBURGER ZEITUNG.“ 
iese für jeden Stadtbewohner sehr lehrreiche Zeitschrift hat nun 
den zweiten Jahrgang bereits begonnen und es steht zu erwarten, 
daß ihr derselbe ebenfalls zahlreiche neue Freunde gewinnen wird, 
wie des ersten Werbung von vielem Erfolg begleitet war. Auch dies' 
mal ist der Inhalt sehr reich und interessant. Gleich zu Beginn finden 
wir die Fortsetzung der gediegenen Ausführungen des Herausgebers 
unter dem Titel „Die Volkswirtschaft des Talents“, sodann den Artikel 
„Wien und die künstlerischen Gemeindeaufgaben“, während Architekt 
ÖRLEY die moderne Anlage eines künstlerisch'schönen Hausgartens 
beschreibt. Sodann werden pädagogische und baukünstlerische Fragen 
eingehend behandelt. Auch an schönen Illustrationen ist dieses neueste 
Heft reich und dürfte dasselbe, wie seine Vorgänger, wieder mit Ver' 
gnügen von Freunden aller Städtefragen, die das künstlerische Gebiet 
berühren, begrüßt werden. 
„SCHWEIZER BAUZEITUNG.“ ZÜRICH. 
W enn auch in den letzten Jahren fast alle Fachzeitschriften für das 
Bauwesen die verschiedenen Gebiete städtischer Kunstpflege in 
den Kreis ihrer Besprechungen gezogen haben, so ist das immerhin 
nur eine Behandlung der betreffenden Fragen in Fachkreisen geblieben. 
Für Laien wurden derartige Gebiete wohl hin und wieder durch den 
„Kunstwart“ oder eine andere, ähnliche Zeitschrift behandelt; aber ein 
Organ, das die großen Bewegungen und Ziele städtischer Kultur zu- 
sammengefaßt und so die zur frischen Weiterentwicklung jeder neuen 
Idee unentbehrliche Verbindung zwischen Fach' und Laienwelt her' 
gestellt hätte, fehlte bis jetzt noch immer. Diese Lücke sucht die 
„Hohe Warte“ auszufüllen, die bis jetzt mit sorgsamem Verständnis 
und in vorzüglicher Ausstattung bereits so viel Interessantes zu bringen 
wußte, daß man hoffen kann, die Zeitschrift werde das nötige Zusammen' 
arbeiten verständiger Laien in den Stadtverwaltungen und erfahrener 
Künstler bei der Planierung von städtischen Bauarbeiten befördern 
und mehren. Da sich das Blatt nicht allein auf das Gebiet der Straßen' 
kunst und Platzgestaltung beschränkt, sondern auch den Hausbau 
sowie den Schmuck des innern wie äußern Hauses in den Kreis seiner 
Betrachtungen zieht, durch zahlreiche treffliche Illustrationen für das 
nötige Anschauungsmaterial zu sorgen bestrebt ist und die ersten 
Autoritäten des Städtebaues zu seinen Mitarbeitern zählt, kann nur 
gewünscht werden, daß die Zeitschrift die verdiente, weiteste Ver' 
breitung finde. 
„DER ARCHITEKT.“ WIENER MONATSSCHRIFT. 
D ie neue Zeitschrift „hohe warte“ will nun ein treuer 
ECKART, IN ALLEN FRAGEN KÜNSTLERISCHER, GEISTIGER 
UND WIRTSCHAFTLICHER ENTWICKLUNG EIN FÜHRER, ER' 
KLÄRER, WARNER UND BERATER SEIN. NACH DEN ERSTEN 
VIER LIEFERUNGEN ZU URTEILEN, SCHEINT DIESES UNTER' 
NEHMEN ZIELBEWUSST IN ANGRIFF GENOMMEN ZU SEIN UND 
LIEGT ES GEWISS NUR MEHR AN DEM ENTGEGENKOMMEN 
UND INTERESSE DES PUBLIKUMS FÜR DIE SO LÖBLICHE SACHE, 
WENN SIE GEDEIHEN SOLL. IN TREFFLICH GEWÄHLTEN 
BEISPIELEN UND GEGENBEISPIELEN WERDEN SCHLECHTE UND 
GUTE LÖSUNGEN IN BILDERN GEGENÜBERGESTELLT UND DA- 
DURCH DIE ANSCHAULICHKEIT DER JEWEILIGEN FRAGE UND 
IHRER BEANTWORTUNG ZUR HANDGREIFLICHEN GEMACHT. 
AUTORITÄTEN ERSTEN RANGES BESPRECHEN IN KLARER UND 
ANZIEHENDER WEISE TEILS ALLGEMEINE, TEILS LOKALE 
FRAGEN UND DIE LITERARISCHE QUALITÄT DER AUFSÄTZE 
ALLEIN GESTALTET DIE LEKTÜRE DER ZEITSCHRIFT ZU EINER 
ANREGENDEN UND HOCHINTERESSANTEN. 
ALLEN JENEN, DENEN DIE FORTSCHREITENDE VERWÜSTUNG 
IM ANGESICHTE UNSERER VATERSTADT, DER UMGEBUNG UND 
DES LANDES ZU HERZEN GEHT, DIE AN IHRER KÜNSTLERISCHEN 
BILDUNG WEITERARBEITEN WOLLEN, DIE SICH INFORMIEREN 
WOLLEN, WIE KÜNSTLERISCHE UND SOZIALE, SOWIE AUCH 
GEISTIGE UNKULTUR ANDERWÄRTS BEKÄMPFT WERDEN, UND 
MIT WELCHEM RESULTATE DIESES BEREITS GESCHEHEN IST, 
SEI DIE ZEITSCHRIFT BESTENS EMPFOHLEN. GERADEZU UNENT' 
BEHRLICH IST SIE ABER FÜR STATDBAUÄMTER, GARTEN- 
INSPEKTORATE, FLUSSREGULIERUNGSKOMMISSIONEN UND VER 
SCHÖNERUNGSVEREINE. 
„STREET RAILWAY JOURNAL.“ NEW YORK. 
H OHE WARTE“; Published semi-monthly by Lux & Lässig, Wallfisch- 
gasse, i., Vienna, Austria; annual subscription, M. 18 ($4.50). 
This is a new German publication devoted to the advancement of the 
artistic, intellectual and economic interests of municipal life by disse- 
minating among all classes a better understanding of art that will 
result in a higher and better form of civic patriotism. Its object may 
be stated as the desire to attain the city and house beautiful along 
the lines suggested by Ruskin. 
„THE BUILDER.“ LONDON. 
A NEW GERMAN ART PAPER. — A new German publication, 
entitled “HOHE WARTE“, has just appeared. This paper, the title 
of which is best rendered by the English Watch Tower, is perhaps 
equivalent to the Studio, though smaller and not so copiously illus- 
trated; but the scope is more limited, and seems only to include what 
may be termed the “household arts“, from external architecture, in- 
teriors, furniture, and decoration, to embroidery and photography. In 
an introductory note the editor announces his intention of showing, 
where possible, examples of the artistic and inartistic side by side, 
thus contrasting the good and bad, and leaving the reader to draw his 
own conclusions. This idea is effectively carried out in the first number 
by illustrations of model workmen’s houses at “Port Sunlight“ and 
“Bournville“, as contrasted with a typically-hideous row of small 
dwelling-houses of the old-fashioned kind. There is also an article on 
“Old Furniture in Modern Houses“, by the architect, Franz Messner, 
illustrated by photographs of a room, the furniture of which dates from 
the beginning of the XIXth Century. Herr Paul Schultze-Naumburg, in 
an article entitled “Villages“, writes an urgent appeal to modern Ger 
man architects to return to the simple, beautiful, and practical style so 
prominent in the old German farmhouses, and to leave the more Or 
nate designs for more suitable occasions. Interesting, as showing a 
return to this simplicity of outline, are the designs by the architect, 
Professor Joseph Hoffmann, for furniture suitable for use in small 
modern dwellings. The object of this new magazine is given in the 
closing words of the editor’s introductory note: — “Everywhere are 
indications of an eager desire for true artistic culture; and, in our 
opinion, this inclination only needs to be constantly guided and turned 
in the right directions.“ 
LE COTTAGE, REVUE MENSUELLE, BRUXELLES. 
out comme les livres, certaines expressions ont leur bonne ou leur 
mauvaise fortune. „Esthétique des villes“ a fait son chemin, bien 
que le terme soit assez solennel; il est aujourd’hui consacré, classé. 
L'Esthétique des villes est une Science qui a de nombreux adeptes, 
tant en Amérique, en Australie que dans notre vieille Europe, avec cette 
réserve qu’en Amérique, eile étudie surtout les villes nouvelles, tandis 
que chez nous eile ne s’applique guère qu’â la Conservation de la 
beauté de nos anciens quartiers (et ici eile a suffisamment â faire pour 
lütter contre l’enlaidissement progressif, la vulgarité submergeante de 
notre soidisant civilisation!) L’ Esthétique des villes a mëme ses Organes 
spéciaux comme la „HOHE WARTE“, la nouvelles publication de notre 
excellent correspondant viennois JOSEPH AUGUST LUX; les grandes 
revues américaines lui consacrent souvent des articles extrëmement 
curieux et documentés, comme par exemple Tétude sur les parcs des 
grandes villes qui parait actuellement dans House and Garden de 
Philadelphie etc. etc. 
NACHDRUCKVERBOT für sämtliche in den Heften der „Hohen Warte“ 
erscheinenden Artikel und Illustrationen. 
Alle Zuschriften und Sendungen Wien, XIX. Grinzingerstralle N0.57. Telephon 21.847• 
Verlag „Hohe Warte“ (Lux & Lässig). Für die Redaktion Joseph Aug. Lux. 
Druck von Christoph Reisser’s Söhne, Wien V. 
Papier von der Neusiedler Aktiengesellschaft für Papierfabrikation, Wien. 
84
	            		
L : An das Hohe k»k* Unterrichtsministerium WIEN. D ie Unterzeichneten Künstler, Architekten, Maler, Kunst' gewerbler und Künstlerinnen drücken ihr Befremden darüber aus, daß die bildsamen Kräfte auf allen Gebieten der angewandten Kunst zur Mitwirkung an der diesjährigen österreichischen Ausstellung in London BISHER NICHT BERUFEN WORDEN SIND. Auch was die heurige österreichische Ausstellung in Mailand betrifft, ist nichts geschehen, die im zeitgemäßen Sinne Schaffenden zu einer Beteiligung an dem Ausstellungswerk zu veranlassen. T . , Die Unterzeichneten richten an das hohe k. k. Unterrichts' ministerium die höfliche Anfrage, wie es kommt, daß bei den öffentlichen Veranstaltungen, Bauten, Ausstellungen etc. die modernen Künstler und Kunstgewerbler unberücksichtigt bleiben, obzwar deren Leistungen für das Kunstleben und auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht derzeit eine ungleic höhere Bedeutung zukommt, als etwa den offiziellen Bilder' ausstellungen. Es wird daran erinnert, daß andere Länder und Staaten, wie etwa das Deutsche Reich, auf den offiziellen Ausstellungen in Turin, St. Louis und anderwärts ihre besten und frischesten Kräfte ins Vordertreffen schicken, von der richtigen Erkenntnis geleitet, daß die selbständige, formschöpferische, d. h. kunst' lerische Leistung den Sieg im Wettbewerb der Nationen entscheidet und die Kaufkraft ins Land zieht, die nicht durch den Grundsatz von „Billig und Schlecht“ festgehalten wer en kann. Eine hohe volkswirtschaftliche Einsicht bestimmt die kulturell vorgeschrittenen Länder und Staaten, den heimisc en Kräften auch im eigenen Lande die größtmögliche Gelegen' heit zur Entfaltung und Entwicklung ihres Könnens zu geben, sei es durch künstlerische Landesausstellungen oder urc Beschäftigung der schöpferischen Talente an öffentlichen Ar' beiten aller Art. Das deutsche Kunstgewerbe hat durch diese umsichtige Fürsorge nicht nur künstlerisch, sondern auc wirtschaftlich einen imponierenden Vorsprung gewonnen, der immer wieder dem eigenen Lande und dem Vo swo stände zu gute kommt. Die zahlreichen deutschen ^ovinz' ausstellungen der letzten Jahre, bei denen nicht der Händler und Unternehmer, sondern der Künstler bestimmen wir , man denke an Darmstadt, Oldenburg, München, Dresden u.s.l., die zahllosen öffentlichen Aufgaben, die der deutsche btaat an die im modernen Sinne Schaffenden stellt, die Einric ung der Kriegsschiffe Sr. Majestät des deutschen Kaisers durch moderne Kunstgewerbler etc. beweisen dies ebenso, as Beispiel aller anderer Kulturstaaten, wo jede Art von eu anlagen, Städtebaufragen, Staatsgebäuden, Schulen, o ent ic en Anlagen etc, einer künstlerischen Lösung entgegenge u r werden. Das Vorbildliche des fremden Beispiels besteht darin, daß der wertbildenden Kraft des Talentes die reichste Möglichkeit der Entfaltung und Betätigung gegeben und die unermeßliche volkswirtschaftliche Tragweite einer solchen freien Entfaltung und Betätigung erkannt wird. Gerade auf dem Gebiete der angewandten Kunst wäre Oster' reich im Hinblick auf seine qualifizierten Kräfte berufen, eine führende Stellung einzunehmen und Kulturarbeit zu leisten. Werden die aufstrebenden Künstler, die für das Leben schaffen, hierzulande in einer eise gefördert, die auch nur annähernd dem fremden Vorbilde entspräche? Wenn eine höhere volks' wirtschaftliche Einsicht in diesen Kräften eine Wertquelle sieht, wird diese Wertquelle der hohen Einsicht gemäß be' nutzt, daß sie die ihr innewohnende künstlerische und volks' wirtschaftliche Bedeutung gewänne? Stehen wir nicht hinter dem Beispiel des Auslandes auf beklagenswerte Weise zuruck? Österreich veranstaltet Ausstellungen im Auslande, von denen diese produktiven Kräfte ausgeschlossen sind; es werden im Inlande Staatsbauten, Krankenhäuser, Schulen und eine Unzahl anderer öffentlicher Bauten errichtet, aber, von einigen sehr seltenen Fällen abgesehen, sind alle schöpferischen Talente, die auf jedem Gebiete der angewandten Kunst — jede Art von Kunst ist irgendwie angewandt! — Vorzügliches zu leisten im stände sind, von der ersprießlichen Mitwirkung so gut wie ausgeschlossen. Alles, was diese Kräfte schaffen, die auf Qualität und oiv ganische Formgebung gerichtete Leistung, ist geeignet, die angewandte Kunst Österreichs auch im Auslande erfolgreich zu repräsentieren; volkswirtschaftlich ist es insoferne be' deutsam, als der Absatz und der Export an künstlerischer oder kunstgewerblicher Produktion sich immer nur auf Grund einer unerhörten Qualität, gleichsam als die Prämie der besten Leistung einstellt. Diesen Wert hat niemals der Merkantilismus gebildet, der immer in erster Lime berufen wird; den Wert haben immer die Künstler gebildet, die fast nie berufen werden, und deren Fähigkeiten daher kaum im ganzen Umfange bekannt werden konnten. Die künftige österreichische Ausstellung in London ist nur einer jener vielen Fälle, in denen die hohe k. k. Regierung eine Pflicht den heimischen schaffenden Kräften gegenüber zu erfüllen haben wird. Die Unterzeichneten erklären sich in den ausgesprochenen Gedanken solidarisch und bitten um gütige Entscheidung zunächst in Bezug auf die Londoner Ausstellung. Die Schrift' führung liegt in den Händen des Hohe Warte'Verbandes, Wien Döbling, Grinzingerstraße Nr. 57. (Über 50 Unterschriften mit Namen der hervorragendsten Künstler.) 85
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.