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MAK

Full text : Michael Thonet - ein Gedenkblatt

folgender:  Anstatt  die  Kopfschwinge,  wie  es  früher  immer
geschah,  aus  massivem  Holze  herauszuschneiden  und  dann
in  die  richtige  Form  auszuarbeiten,  wurde  sie  von  Michael
Thonet  aus  dicken  Fournieren  in  einer  Holzform  zusammengeleimt ­
  und  gepresst,  welche  Form  der  zu  erzielenden
Biegung  entsprechend  ausgearbeitet  war.  Diese  gepressten
Kopfschwingen  erforderten  deshalb  eine  geringere  Holzmasse,
wurden  leichter  und  trotzdem  viel  dauerhafter.  Für  die
Aussenseite  konnte  sehr  schönes  Fournierholz  verwendet
werden,  während  zu  den  inneren  Fournieren  schlichtes  Holz
genommen  wurde.
Die  Mittelschwingen  wurden  ebenso  in  Holzformen
geleimt  und  gepresst.  Bei  eleganteren  Sesselsorten  wurden
die  Stabverzierungen  aus  dünnen  Fournieren  eigens  in  Metallformen ­
  hohl  und  rund  verleimt  und  gepresst,  statt  dieselben
von  Holzschnitzern  aus  massivem  Holze  ausarbeiten  zu  lassen.
(Siehe  Tafel  i.)
Gleichzeitig  begann  Michael  Thonet  auch  Kopf-  und
Fusstheile  für  Bettstellen  und  Canapees  aus  verleimten  und
(in  dazu  bestimmten  Holzformen)  gepressten  Fournieren  herzustellen, ­
  wodurch  elegante,  leichte,  geschweifte  Formen  erzielt
  wurden,  welche,  aus  massivem  Holze  hergestellt,  bedeutend ­
  schwerer  ausgefallen  wären.
Nachdem  mit  dem  Biegen  der  Sessellehnschwingen  der
Anfang  gemacht  war,  ging  nun  Michael  Thonet  daran,
auch  die  Seitentheile  der  Sessel  aus  gebogenem  Holze  herzustellen.
  Diese  waren  so  beschaffen,  dass  die  Seiten,  Hinterund ­
  Vorderfüsse  ein  zusammenhängendes  Ganze  bildeten.
(Siehe  Tafel  i.)
Die  Kopf-  und  Mittellehnschwingen  der  zu  jener  Zeit
erzeugten  gebogenen  Sessel  waren,  wie  schon  bemerkt,  aus
Fournieren  in  Holzformen  geleimt  und  gepresst  worden,
            
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