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MAK

Full text : Michael Thonet - ein Gedenkblatt

tente  in  den  fremden  Ländern  sollten  verkauft  werden,  um
aus  dem  Erlöse  derselben  im  Inlande  die  Erzeugung-  der
gebogenen  Möbel  im  Grossen  betreiben  zu  können.
Das  eigene  Vermögen  Michael  Thonets  reichte  hiezu
nicht  aus,  doch  fanden  sich  Leute,  die  sich  erbötig  machten,
die  nöthigen  Capitalien  zu  beschaffen,  um  aus  dem  Erlöse ­
  der  zu  verkaufenden  Patente  ihr  Geld  zurückzuerhalten
und  den  zu  erzielenden  Geschäftsgewinn  mit  Michael
Thonet  zu  theilen.
Im  Jahre  1841  wurden  vorerst  in  Frankreich,  England
und  Belgien  Patente  genommen,  dieselben  konnten  aber
nicht  verwerthet  werden,  theils  waren  die  Anbote  zu  gering,
theils  an  die  Bedingung  geknüpft,  dass  sich  Michael  Thon  et
im  Auslande  persönlich  an  der  Fabrication  betheiligen  solle.
*  *
*
Gelegentlich  einer  Ausstellung  in  Coblenz  im  Jahre  184  1
wurde  Fürst  Clemens  Metternich,  der  auf  seiner  Besitzung ­
  Johannisberg  am  Rhein  einige  Zeit  verweilte,  auf
die  von  Michael  Thonet  ausgestellten  Erzeugnisse  aufmerksam ­
  gemacht  und  legte  grosses  Interesse  für  dieselben
an  den  Tag,  so  dass  er  Michael  Thonet  zu  sich  auf
Schloss  Johannisberg  beschied,  um  sich  von  ihm  das  Wesen
dieser  Erfindung  ausführlich  auseinandersetzen  zu  lassen.
Michael  Thonet  kam  dieser  Aufforderung  nach  und
stellte  sich  auf  Johannisberg  bei  dem  Fürsten  ein.  Er  brachte
Sessel,  Stöcke,  ein  Wagenrad  und  verschiedene  andere  Gegenstände ­
  aus  gebogenem  Plolze  mit.  Der  Fürst  zollte  der
Erfindung  den  vollsten  Beifall  und  ermunterte  Michael
Thonet  mit  den  Worten:  »In  Boppard  werden  Sie  immer
ein  armer  Mann  bleiben,  gehen  Sie  nach  Wien,  ich  werde
Sie  dort  bei  Hofe,  empfehlen;  die  Fahrt  soll  Sie  nichts
            
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