kosten, Sie können mit dem Cabinetscourier von Frankfurt
nach Wien fahren.«
Michael Thonet leistete dieser Anregung bald darauf
Folge und fuhr im Frühjahre 1842 — vorläufig allein —
nach Wien, um das von ihm für Oesterreich angemeldete
Patent zu verwerthen. In einem uns vorliegenden Briefe, den
Michael Thonet am 15. Mai 1842 an seine in Boppard
zurückgebliebene Familie richtete, finden wir die Genesis der
Geschichte des Hauses Thonet in Oesterreich. Dieser Brief
ist in mehr als einer Beziehung interessant und speciell die
warme Theilnahme des Fürsten Metternich — auf dessen
Einwirkung er ja überhaupt nach Wien gegangen war — ist
unter dem Eindrücke des Augenblickes so lebhaft geschildert,
dass wir die betreffende Stelle hier wörtlich wiedergeben:
» ... Wie sehr sich der Fürst meiner annimmt, will
ich hier kürzlich anführen. Ich bin am 7. d, abends in Wien
angekommen; am anderen Tage wurden unsere Sachen in
das Palais des Fürsten gebracht; daselbst erhielt ich ein
schönes, grosses Zimmer zum Auspacken und Repariren
unserer Möbel, die nachher der Fürst befahl sogleich auf
sein Zimmer zu bringen. Es machte dem Fürsten eine ausser
ordentliche Freude, er sprach in meiner und mehrerer Hof
beamten Gegenwart mit solcher Begeisterung von unseren
Sachen, dass er fast Niemand zu Worte kommen liess; er
schaukelte sich auf dem Sessel hin und her, nahm sein
Stöckchen, welches er auf dem Johannisberg von mir erhielt,
schilderte dessen Stärke, verbunden mit solcher Dünne. Er
weiss die Bearbeitung so auszulegen, als ob er bei uns
gearbeitet hätte, besonders in Erklärung der Vorzüge der
Räder. Weo-en allzu häufiger Arbeiten gab er dem Baron
von Hügel Auftrag, meine Sache zu leiten und mir bei
Vorkommendem behilflich zu sein. Der kaiserliche Hofmar-
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