seiner Methode angegeben und ferner bemerkt, dass die
Arbeit bei geringerem Holzaufvvande schneller wie bei den
auf gewöhnliche Weise gefertigten Stühlen von Statten geht.
Die verschiedenen Theile des Stuhles (mit Ausnahme des
Sitzes) bestehen nach Angabe des Herrn Thonet aus ge
bogenen, aber dem Wüchse des Holzes entsprechend
geschnittenen Schienen, woraus sich die bemerkte Festigkeit
bei verhältnismässig sehr geringem Holzaufwande ergibt.
o o o o
Herr Thonet betreibt sein Geschäft mit ungefähr
20—25 Arbeitern.«
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Nachdem Existenz und Vermögen in Boppard verloren
waren, beschloss Michael Thonet in Wien zu bleiben und
sich da wieder ein Geschäft zu gründen. Zu diesem Zwecke
liess er im Herbste des Jahres 1842 seine Familie nach Wien
kommen. Es glückte ihm noch in demselben Jahre, Jemanden
zu finden, welcher mit ihm die Anfertigung von Möbeln aus
gebogenem Holze betreiben wollte. Es war dies Franz List,
Inhaber eines bedeutenden Möbelfabriksgeschäftes in der
Mariahilferstrasse. Bei List wurden von Michael Thonet
nur billige Sessel aus gebogenem Holze angefertigt, welche
einen guten Absatz fanden.
Franz List war schon sehr bejahrt, hatte keine Kinder
und Geschäftsnachfolger und trug sich mit dem Gedanken
sein Geschäft zu verkaufen und sich ganz zurückzuziehen. —
Er theilte dies Michael Thonet mit und gab ihm, da er
doch nicht wissen könne, ob sein eventueller Nachfolger mit
ihm die Erzeugung von Möbeln aus gebogenem Holze fort-
setzen wolle, den Rath, sich an den englischen Architekten
P. H. Desvignes zu wenden, welcher damals den Umbau
und die Einrichtung des Liechtenstein'schen Majoratshauses