Zeit günstigen Angebotes und der mannigfachen werthvollen
Erfahrungen welche bei diesen Arbeiten für das Palais
Liechtenstein zu machen waren, entschloss sich Michael
Thonet, dennoch auf diesen Vertrag einzugehen.
Michael Thonet bewohnte in jener Zeit mit seiner
Familie ein auf den Leistier sehen Gründen gelegenes, eben
erdiges Wohnhäuschen — damals Gumpendorf, Berggasse
o
Nr. 9, wo sich jetzt die neue Kaunitzgasse befindet.
Die Vereinbarung mit Leistier währte mit einigen Ab
änderungen, welche nach Beendigung der Liechtenstein’schen
Arbeiten stattgefunden, von 1843 bis zum Frühjahre 1849.
Von 1843 bis 1846 wurde in der Thonet’schen Werk
stätte bei Leistier von Michael Thonet und seinen Söhnen
nur für das Palais Liechtenstein gearbeitet. Es wurden
dort während dieser Zeit sämmtliche feinen Parketten für
dieses Palais angefertigt. Hiezu wurden die Verzierungen aus
den verschiedensten in- und ausländischen Plölzern gebogen,
in Verbindung mit anderen Hölzern zu Blöcken zusammen
gesetzt und zu Fournieren geschnitten, welche dann aut
in der Leistler’schen Fabrik erzeugten Blindtafeln aufgeleimt
wurden.
Ausser diesen Parketten mit gebogenen Figuren wurden
in eben derselben Weise auch viele Parketten mit gerad
linigen Zeichnungen aus Hölzern der verschiedensten Arten,
sowie auch feine Parketten mit Laubsägeeinlagen verfertigt;
ferner wurden viele Sessel aus gebogenem Holze gemacht,
welche theilweise mit Bildhauerarbeiten verzieit waren und
schliesslich wurden allerlei Holztheile nach den verschieden
sten Formen gebogen, welche zu Verzierungen für diverse
Möbelstücke verwendet wurden.
Als die Arbeiten für das Palais Liechtenstein beendet
waren, wurden in der I honet sehen Werkstätte bei Leistier