satz zu erzielen war. Die erste Sesselform, welche er in
dieser Absicht entwarf und ausführte, war — wenn auch
in etwas anderer Form — jene Type, welche noch heute
als Sessel Nr. 4 des Thonet’schen Möbelalbums erzeugt
wird. Bei diesem Sessel wurde die Rücklehne aus vier und
der Sitzrahmen aus fünf Holzdicken gebogen. Das Verfahren
war hiebei folgendes: Die Holztheile wurden in siedendem
Wasser gekocht, in Formen gebogen und getrocknet;
schliesslich wurden die einzelnen Fourniere zu completen
Sesseltheilen zusammengeleimt.
Dieses Sesselmuster (Nr. 4) wurde im Jahre 1850 im
Niederösterreichischen Gewerbeverein ausgestellt, desgleichen
Parkettenmuster mit aus verschiedenfarbigen Hölzern ge
botenen Verzierungen. Der Niederösterreichische Gewerbe-
verein bethätigte ein lebhaftes Interesse für diese Er-
zeusmisse. 1 ) Dieselben wurden im Verein auf das Ein-
gellendste besprochen und beurtheilt, wodurch die Auf
merksamkeit des Publicums wachgerufen wurde. Ganz be
sonders nahmen sich Regierungsrath Ritter von Burg und
kaiserlicher Rath Reuter der Sache an und betonten in
den Versammlungen auf das Nachdrücklichste die \ orzüge
dieser gebogenen Möbel. Auch wurden die neuen Erzeugnisse
in den Zeitungen besprochen und hiedurch das allgemeine
Interesse auf die Erfindung gelenkt.
In dankbarer Erinnerung sei hier der werkthätigen
Gönnerschaft gedacht, die Seine Durchlaucht der regierende
Fürst Alois von und zu Liechtenstein und Höchstdessen
Gemahlin Michael I honet zuwendeten.
Das hohe Fürstenpaar, welches erfahren hatte, in welcher
Weise Michael Thonet an der Einrichtung des Majorats
palais betheiligt gewesen, bekundete die vollste Sympathie
und recste Antheilnahme für das junge Unternehmen. Dei
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