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die erste, auf welcher Möbel aus gebogenem Holze expomrt
waren. Zur Ausstellung gelangten: sechs Sessel, zwei Fau
teuils und ein Canapee aus echtem Palisanderholze gebogen,
mit Messingeinlagen verziert ; zwei Tische, deren Platten mit
Schildkrot-, Messing- und Perlmutterarbeiten eingelegt waren,
ferner zwei Lesetischchen und zwei kleine Etageres von
gleicher Ausführung, und mehreres Andere/) Ein Theil dieser
Ausstellungsobjecte erscheint auf Zeichnungsbeilage Tafel II
abgebildet.
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Die Neuheit, Originalität und die eleganten Formen
dieser Möbel erregten die allgemeine Aufmerksamkeit und
wurden die Objecte von der Jury mit der grossen Bronze
medaille — der höchsten Auszeichnung für Industrieproducte
— prämiirt.
Architekt P. H. Desvignes hatte diese sämmtlichen
Ausstellungsgegenstände für seinen Landsitz in Lewisham
bei London angekauft. Nach seinem Tode (1883) hat die
Familie Thonet dieselben wieder von der Familie Des
vignes zurückgekauft und befinden sich diese Möbel heute
im Privatbesitze der Familie Thonet als werthvolle An
denken aus der Gründungsepoche dieses Industriezweiges.
Am 28. Juli 1852 nahm Michael Thonet auf die
Namen seiner Söhne Franz, Michael, August, Josef und
Jakob Thonet ein Privilegium auf die Erfindung: »Dem
Holze durch Zerschneiden und Wiederzusammenleimen jede
beliebige Biegung und Form in verschiedener Richtung zu
geben«, welches bis 28. Juli 1864 verlängert wurde.
Um den Artikel im Publicum bekannter zu machen,
errichtete Michael Thonet Ende 1852 eine kleine Verkaufs-
niederla° r e in der inneren Stadt, Strauchgasse, im Palais
Montenuovo, die erste Thonet’sche Niederlage!
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