worin er 1856, als die successive Auflösung der Wiener
Fabrik begann, von seinen Söhnen Michael Thonet jun.
und August Thonet unterstützt wurde, während Franz und
Josef Thonet die Geschäfte in Wien besorgten.
Die Fabrik Koritschan wurde im Jahre 1857 111 Betrieb
gesetzt und wurden hiebei jene Grundlagen für die Fabri-
cation geschaffen, welche auch für die fernere Entwicklung
und Ausdehnung derselben massgebend waren. Es wurde die
d heilung der Arbeit im vollsten Sinne des Wrirtes durcho-e-
führt. Professionisten wurden zur eigentlichen Sesselfabrication
nicht mehr verwendet. Zu den schweren Arbeiten wurden
Männer, zu den leichteren Arbeiten, wie Raspeln, Poliren,
Flechten, PJnpacken etc., nur jugendliche Hilfsarbeiter, meist
Mädchen, angelernt. Das Rohrflechten hat sich dann später
fast ausschliesslich zur Hausindustrie herausgebildet.
Es waren billige Arbeitskräfte reichlich vorhanden,
doch war es kein Leichtes, diese ganz ungeschulten Leute,
die früher meist beschäftigungslos gewesen oder nur im
Felde gearbeitet hatten, heranzubilden. Es war dies umso
schwieriger, als kein Stock von alten Arbeitern, wie er bei
späteren Einrichtungen aus alten Fabriken beschafft und
beigestellt werden konnte, vorhanden war. Anfangs musste
man selbst Zweifel hegen, ob es wirklich mit der Zeit ge
lingen werde, diesen Leuten die nöthige Eignuno- beizubrino-en.
Thatsächlich wurde zu Beginn auch viele Waare verdorben,
und es währte ziemlich lange, bis die Fabrik Koritschan
verkaufsfähiges Product zu Stande brachte.
In der ersten Zeit wurde die halbfertige Waare zum
Fertigmachen und Montiren von Koritschan in die Wiener
Fabrik geschickt und erst Ende 1857 war die Fabrik
Koritschan so weit, ausschliesslich fertiges Product in directen
Versandt zu brinp-en. 3 )