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Full text: Michael Thonet - ein Gedenkblatt

fangen, bis zum Tode der edlen Frau, war sie eine treue 
Helferin und Beratberin ihres Mannes; sie war es, welche 
in Stunden und Tagen der Trübsale den gesunkenen Muth 
ihres Gatten wieder aufrichtete und ihm durch ihre Ruhe 
und ihr unerschütterliches Gottvertrauen neue Kraft einflösste. 
Die Führung des Haushaltes, die Wartung und Erziehung 
der grossen Kinderschaar legten ihr ein ausserordentliches 
Mass von Pflichten auf, aber ihre Arbeitsfreudigkeit und ihr 
Opfermuth überwanden alle Schwierig-keiten. Strenge o-eo-en 
sich selbst, milde und nachsichtig in der Beurtheilung Anderer, 
gönnte sie sich nur in ganz vereinzelten Fällen eine kleine 
Erholung. Sie verliess ihre Häuslichkeit nur äusserst selten, 
um in Gesellschaft ihres Gatten und der Kinder einen 
Spaziergang zu machen. 
In Treud und Leid massvoll und nie die Fassung 
verlierend, übte sie durch ihr Beispiel einen wohlthätigen 
Einfluss auf ihren Gatten und ganz besonders aber auch 
auf ihre Kinder. 
Am io. Januar 1862 machte ein sanfter Tod ihrem 
Leben ein Emde. Tiefbetrauert von Allen, die sie kannten, 
entschlummerte sie, umgeben von ihren Angehörigen in Wien, 
im dhonetschen Wohnhause (Kaiser Josef-Strasse Nr. 40). 
* 
Michael 1 honet, von diesem schweren Verluste tief 
niedergedrückt, suchte Trost in unermüdlicher Arbeit, wozu 
ihm die Einrichtung der Fabrik Bistritz reichliche Gelegen 
heit bot. Der Betrieb dieser Fabrik begann im Jahre 1862. 
Zu Beginn nahm dieselbe hauptsächlich die Fabrication des 
bereits 1859 in Koritschan eingeführten Sessels Nr. 14 im 
grösseren Massstabe in die Hand. Sodann wurden daselbst 
jedoch eine grosse Anzahl anderer neuer Artikel geschaffen
	        
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