gesteigerten Bedarfe zu genügen, mussten wieder neue Holz
quellen beschafft werden.
Zu diesem Zwecke erwarb die Familie Thonet im Jahre
1865 vom Grafen Stefan Keglevich die im Barser Comi-
tate in Ungarn gelegene Waldherrschaft Gross-Ugröcz mit
der Absicht, dort eine grössere Sägeanlage mit Biegerei
zu schaffen, um von dort aus die mährischen Fabriken mit
Rohwaaren zu versorgen.
Michael Thonet leitete auch hier den Bau und die
Einrichtung des Etablissements persönlich und war eben
so wie in Koritschan und Bistritz angestrengt und uner
müdlich thätig, Neuerungen und Verbesserungen einzuführen.
Hatte er doch hier wieder ein ganz neues und eigenartiges
Feld für seine Thätigkeit und die Genugtuung" dass "es
sich diesmal um die Schaffung einer Anlage handle, dazu
bestimmt, die Exploitirung des durch mühevolle Arbeit
erworbenen eigenen Besitzes durchzuführen.
Auch hier ereignete es sich öfters, dass, wenn Besucher
aus der Umgebung kamen, um die Fabrik zu besichtigen,
Michael Thonet, um in seiner Arbeit nicht gestört zu werden,
sich verleugnen Hess und sie nicht wenig überrascht waren’
als sie dann im Speisesaale des Ugröczer Schlosses von
ihm als seine Gäste empfangen wurden, nachdem sie ihn
vorher in der Fabrik in seinem Arbeitsanzuge für irgend
einen Werkmeister gehalten haben mochten. Mit desto
grösserer Hochachtung wurde er sodann als Chef des
Hauses geehrt.
Die Fabrik Gr.-Ugröcz gelangte im Jahre 1866 in
Betrieb und wurden von dort vorerst gedrechselte Möbel
latten, sodann nach Fertigstellung der Biegerei gebogene
und roh vorgearbeitete Sesselbestandtheile per Axe nach
den beiden mährischen Fabriken verfrachtet