MAK

Full text: Michael Thonet - ein Gedenkblatt

Bei dem stetig wachsenden Bedarfe stellte es sich 
jedoch alsbald heraus, dass die eigenen Ugröczer Wald 
bestände nicht ausreichten, um die mährischen Fabriken 
ausgiebig und nachhaltig mit Rohwaare zu versehen, und 
da die beiden letzteren den gesteigerten Anforderungen 
doch nicht mehr Genüge leisten konnten, so entschloss man 
sich, die Gr.-Ugröczer Anlage zu einer selbstständigen 
Fabrik auszugestalten, wozu auch die ziemlich günstigen 
Arbeiterverhältnisse der dortigen slovakischen Bevölkeruno- 
Anlass boten. Die zu jener Zeit nächstgelegene Bahnstation 
Tornocz (der Staatsbahnstrecke Wien—Budapest) war zwar 
13 Meilen von Ugröcz entfernt, was den Transport fertiger 
Waare sehr schwierig gestaltete, doch tröstete man sich mit 
der Hoffnung, dass eine projectirte Zweigbahn diesen Uebel- 
stand bald beseitigen werde. 7 ) 
Bei der Errichtung und Inbetriebsetzung der Fabrik 
Gr.-Ugröcz war der Vorgang der gleiche wie in Bistritz 
und wurden zur Anlernung der Arbeitskräfte Werkführer 
und Arbeiter aus den mährischen Fabriken herangezoo-en. 
Der Versandt fertiger Waare begann im Jahre 1867 und 
nahm die Production bei steigendem Bedarfe trotz der 
namentlich in den ersten Jahren sehr beschwerlichen Abfuhr 
eine rege Entwicklung. 
sfc 
* 
Durch den nun entfallenden Versandt von Ugröczer 
Rohwaaren nach den mährischen Fabriken musste für die 
letzteren Ersatz geschaffen werden. Um dies zu erreichen, 
schloss die Firma Gebrüder Thonet mit der erzherzoglich 
Albrecht’schen Güterdirection in Saybusch, Galizien, im 
Mai 1867 einen Buchenholz-Lieferungsvertrag ab, nach 
welchem die Klötze aut den herrschaftlich Saybuscher Säge- 
41
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.