') Schon am 6. Juni 1842 machte Hofclaviermacher I. B. Streicher im
Niederösterreichischen Gewerbeverein auf das von Michael Thonet erfundene
(am 16. Juli 1842 patentirte) Verfahren aufmerksam.
2 ) Der »Illustrated Catalogue« zum »Art Journal« 1851 brachte auf
pag. igö die Abbildungen eines grossen runden Tisches und speciell der
Tischplatten hälfte, wobei die Schönheit und exacte Ausführung der ver
schlungenen Zeichnung der eingelegten Tischplatte lobend erwähnt wird.
3 ) Aus dem in der »Wiener Zeitung« vom 10. Januar 1858 veröffentlichten
Berichte des kaiserlichen Rathes Reuter an die Wochenversammlung des
Niederösterreichischen Gewerbevereines vom 8. Januar 1858 entnehmen wir
folgende Stelle, die für die, dem Koritschaner Unternehmen zu jener Zeit in
Fachkreisen zugemessene Bedeutung bezeichnend ist: ... »Ausserdem machte
Herr Reuter mit vieler Wärme auf die Thonet’sche Möbelfabrik in Mähren
(Mobilien aus geschweiftem Holze, Parketten) nicht nur wegen der bekannten
Schönheit und Solidität ihrer Erzeugnisse, sondern auch darum aufmerksam,
weil Herr Thonet den jüngst im Vereine gemachten und begründeten Vor
schlag (Reckenschuss), dass gewisse Industriezweige mit grossem Vortheile für
den Producenten wie den Consumenten, von der Residenz weg auf das Land
(Wohlfeilheit des Rohmateriales und Möglichkeit geringerer Löhne bei besserem
Bestände des Arbeiters) verpflanzt werden könnten, bereits praktisch in
schlagender Weise dargethan habe; Thonet habe mit seinen vier Söhnen.zu
arbeiten begonnen und beschäftige jetzt nicht weniger als 240 Arbeiter, müsse
sich dabei noch einer Dampfmaschine, die zwanzig andere Maschinen in Be
wegung setze, bedienen und finde nicht nur grossen Absatz im Inlande, sondern
exportire auch für bedeutende Summen nach dem Auslande.«
4 ) In W. F. Exner’s Werke »Das Biegen des Holzes«, III. Auflage, von
Prof. G. Lauboeck 1893, wird hierüber (pag. 33) bemerkt: »Selbstverständlich
erfuhr mit der Entwicklung der Fabrication der Möbel aus gebogenem Holze
auch die Schaffung von Specialmaschinen, welche bei dieser Fabrication ver
wendet werden, eine Erweiterung. Die Besprechung aller jener technischen
Hilfsmittel und Maschinen, welche bei dieser Fabrication Anwendung finden,
würden allein den Stoff zu einer Publication liefern. Auch hiebei würde der
Name Thonet mit einer Reihe von Specialmaschinen untrennbar verknüpft
sein, denn alle diese Vorrichtungen und Maschinen, wie z. B. Schablonen,
Drehbänke, Bohr- und Fraismaschinen, Stuhlsitz-Bohrmaschinen und Sitzring-
Bohrmaschinen, sowie eine Reihe von anderen Hilfsmaschinen mussten für
diesen Industriezweig erst geschaffen werden und heute noch wird an der Aus
bildung dieser technischen Einrichtungen eifrigst gearbeitet.«
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