Englische Thon-
fabrication.
Fayencen.
Thon fliesen.
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ornamentale, waren durchgängig die herkömmliche Weise. Des
gleichen lebte die Blumenmalerei in gewohnter Art fort, ohne
dass sich irgendwie das Bestreben zu erkennen gab, Stil in den
Naturalismus einzuführen. Eben so wenig bemerkte man irgend
einen Einfluss der antiken Gefässbildnerei.
Diesem Conservatismus gegenüber, den in ihrer Art die
Meissner (in Dublin nicht vertretene) Porcellanfabrik mit ihrem
Rococo theilt, entwickelte die englische Privatfabrication eine
grosse Rührigkeit nach verschiedenen neuen Richtungen hin.
Die originellste derselben ist in jedem Falle die Wiederauf
nahme der Fayencen des 16. Jahrhunderts, sowohl der seltenen
und merkwürdigen Henry II. Waare, wie der eigenthümlichen,
seinerZeit geheimnissvollen emaillirten Thonarbeiten Bernard
Palissy’s. Dieses ganze Genre, dem wahrscheinlich eine grosse
Zukunft bevorsteht, ist in Wien zuerst durch das österreichische
Museum bekannt geworden, zunächst durch die Pariser Nach
bildungen, welche Herr Curator Friedland mit aus Paris
brachte und insbesondere später durch die Min ton’sehe Aus
stellung. In England war es Minton zuerst, welcher, angeregt
durch den wachsenden Werth, den die Liebhaber auf diese
Gegenstände legten, ihre Nachbildung mit Glück versuchte. Es
sind ihm darin nicht blos einzelne französische Fabrikanten ge
folgt, sondern eine ganze Reihe englischer haben nach der Reihe
diesen Industriezweig aufgenommen. Alle Porcellanfabriken
dieses Landes, die in Dublin vertreten waren, hatten zugleich
Fayencen dieser Art ausgestellt. Ich nenne neben Minton ins
besondere Copeland und W. P. & G. Philipps.
Es liegt in dieser Wiederaufnahme der alten Fayencen
eine grosse Erweiterung der Thonfabrication und es kann darum
nicht eindringlich genug darauf aufmerksam gemacht werden.
Nicht nur, dass eine alte vergessene Technik wieder in’s Leben
gerufen wird und ein hisher vernachlässigter Stoff wieder zu
künstlerischen Ehren kommt; diese Imitation führt auch zu einer
Verwendung neuer Farben und zum Anschluss an die Renais
sanceformen für Terracotta, welche über dem Chinesenthum des
Porcellans in Vergessenheit gerathen waren.
Dessgleichen muss die Wiederaufnahme eines anderen Thon-
fabricats mit Freude begrüsst werden. Das sind die farbigen,
decorirten, emaillirten und nicht emaillirten Fliesen, welche dem
Alterthum und dem Mittelalter bekannt waren und erst in den
letzten Jahrhunderten ausser Achtung gekommen sind. Auch
dieses Fabricat, wie es jetzt in England gemacht wird, mit
seiner dem Stoffe und der Bestimmung so vorzüglich angemes
senen, eben sowohl reichen wie einfachen Decoration, ist uns