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Full text: Die Kunstindustrie auf der Ausstellung zu Dublin

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ganze europäische Goldschmiedekunst, wie sie auf der Ausstel 
lung zu sehen war, in Schatten. 
Nicht minder ausgezeichnet stellte sich vom Standpunkt 
der Kunst die indische Weberei dar. Man muss an ihr ebenso 
den Reichthum der Effecte rühmen, wie er mit Benutzung der 
verschiedenartigen Technik auf den Farbenprincipien beruht, als 
auch die Schönheit, Mannigfaltigkeit uud stilgemässe Richtigkeit 
der Zeichnungen, wie endlich die Vollendung der technischen 
Ausführung in der Weberei, Stickerei und in der Schönheit und 
Solidität der Farben. Die grossen dickwolligen Fussteppiche, 
die dichten, vielfarbigen Shawls, die dünnen, durchsichtigen, mit 
Farben, Gold und Silber bestickten, schleierartigen Gewebe und 
Musseline, die reichbestickten grossgemusterten Decken, die ein 
farbigen Stoffe, z. B. weiss auf weiss bestickt, sie zeigten aus 
nahmslos das trefflichste Verständnis und die sicherste Anwen 
dung der ornamentalen Principien für alle derartige Flächen 
decoration in Zeichnung wie in Farbe, und es kann darum das 
Studium dieser Stoffe demDecorationskünstler und Musterzeichner 
nicht genug empfohlen werden. 
Noch manche andere indische Arbeiten könnte ich erwäh 
nen, wie die vorzüglichen Schnitzereien in Holz und Elfenbein 
und die zierlichen Mosaikkästchen, ich will aber nur zum Schluss 
noch die bemalten Kästchen, Buchdeckel und andere Arbeiten 
dieser Art hervorheben, weil diese, so bescheiden sie sind, in 
Uebereinstimmung mit persischer Ornamentation, die wahren 
Muster für blumige Verzierungen gewähren. Wenn einmal unsere 
heutige Kunstindustrie oder der Geschmack des Publicums seine 
Blumenvorliebe nicht aufgeben will, hier wenigstens können sie 
lernen, solche Verzierung aus dem wilden und rohen Naturalis 
mus in Kunst zu verwandeln. 
Dasselbe, was in dieser Beziehung die früheren englischen 
Ausstellungen gelehrt haben, wo der Orient und Indien zumal 
noch bei weitem reicher vertreten waren, dasselbe hat auch die 
Dubliner Ausstellung wieder gezeigt. 
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Sfr 
im 
'■»tiehdraekerel von üarl Gerold’» rioha in Wien.
	        
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