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Full text : Die Holzindustrie mit besonderer Rücksicht auf die Anwendung gebogener Hölzer

DIE  HOLZINDUSTRIE.

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trockene  Klima;  Leinöl,  dort  zum  Poliren  verwendet,  verliert
sich  durch  die  intensive  Wärme,  die  Politur  vertrocknet  und
hinterlässt  eine  rauhe  Fläche;  dies  wohl  die  Ursachen,  dass  Alles
mit  Copalfirniss  angestrichen,  dann  mattgeschliffen  wird;  feine
Möbel  werden  stellenweise  glänzend  gehalten.  So  werden,  um
einen  dauernden,  dem  Klima  widerstehenden  Glanz  zu  erlangen,
die  Pianos  mindestens  achtmal  mit  dem  besten  Copalfirniss
gestrichen  und  eben  so  oft  geschliffen;  der  letzte  Schliff  geschieht
mit  Braunstein,  Leinöl  und  mit  Zuhilfenahme  des  Handballens
oder  eines  feinen  Leders,  welche  Procedur  bei  gehöriger  Durchführung ­
  mindestens  sechs  Wochen  erfordert.
Bei  allen  nur  halbwegs  guten  Möbeln,  an  welchen  Schubladen ­
  sind,  werden  letztere  aus  hartem  Holze,  sauber  ausgearbeitet
und  lackirt  oder  aber  auch  mit  Wachs  polirt.  Das  Gleiche  gilt
bei  Kleiderschränken  und  Kästen.
Importirte  Möbel,  aus  weichem  Holze  und  fournirt,  leisten
dem  Klima  keinen  Widerstand;  sie  trocknen  zusammen,  verziehen ­
  sich  und  springen  auf.  Importirt  werden  nur  französische
Galanteriemöbel,  die  aber  eigens  für  den  amerikanischen  Markt
angefertigt  werden,  dann  Möbel  aus  gebogenem  Holze.
Betreffend  die  Billigkeit  der  amerikanischen,  gewöhnlich
gebräuchlichen,  massiven  Möbel,  sei  bemerkt,  dass  beispielsweise ­
  in  New-York  ein  Tisch  aus  massivem  Nussbaumholz
4  Fuss  lang,  30  Zoll  breit,  nicht  lackirt,  4  Dollars  Courant  kostet;
eine  Besttstätte,  ebenfalls  aus  massivem  Nussbaumholz  ,  gut
gearbeitet,  lackirt  und  mit  dauerhaften,  kupfergalvanisirten,  gusseisernen ­
  Rollen  versehen,  7  Dollars;  Auszugspeisetische  für
20  Personen,  mit  Einlegplatten  aus  Nussbaumholz,  die  Züge  aus
Eschenholz,  vorzüglich  gearbeitet,  20  Dollars.
Besonders  hervorzuheben  ist  auch,  dass  bei  der  amerikanischen ­
  Bau-  und  Möbelindustrie  die  Beschläge,  Schlösser,
Charnierbänder,  Riegel,  Thürklinken  und  andere  dazu  in  Verwendung ­
  gelangende  Eisen-  und  Metallwaaren  gut,  schön  und
dauerhaft  verfertigt  werden;  Charnierbänder  aus  dünnem  Bleche,
namentlich  wie  diese  bei  uns  gebräuchlich,  die  biegsam,  wenig  Haltbarkeit ­
  und  Dauerhaftigkeit  gewähren,  kennt  Amerika  nicht;  dort
werden  alle  diese  Gegenstände  aus  vorzüglichem  Materiale  gegossen;
Schlösser  sind  vorzüglich  solid  gearbeitet,  Schlüssel  grösstentheils
Bericht  Uber  die  Ausstellung  zu  Philadelphia.  VI.  7
            
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