Die Pofamentirarbeiten.
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Netze hinzulenken und als Begründung beizufügen, dafs mit der Anfertigung diefer
Waare eine grofse Anzahl Menfchen fich ihr Fortkommen verdient und diefs
befonders in Gegenden, in welchen vordem wegen Mangels jeder Induftrie Armuth
und Elend gewaltet hatten. Sowohl im Lande felbft, als auch aufserhalb der Landesgrenzen
finden die Haarnetze grofsen Abfatz und repräfentirt diefes Genre
auch eine Wiener Specialität.
Joh. Schwarz & Söhne, J. Ritter,J;Patfch und W. P lf c h e k in W i e n
haben durch ihre Expofition von Gallons und Litzen für Hüte, Herren- und
Damenconfedtion die Concurrenzfähigkeit Oefterreichs dargethan, befonders
die erftere Firma hat durch eine reiche Colledtion von Hutgallons, welche in
gefchmackvollfter Weife zufammengeflellt ift, die Anerkennung der internationalen
Jury, und zwar in reichlich verdientem Mafse hervorgerufen, es ift felbe in ihrer
Art ein Meifterwerk und beweifl den feindurchbildeten Farbenfinn ebenfofehr
als die Leiftungsfähigkeit der Anftalt felbft.
Lang und Puxbaum, beide in Wi en, ftellten Wagenborten aus in guter
Ausführung, doch waren fie unzweckmäfsig placirt und ungenügend vertreten.
Bevor wir von Oefterreich fcheiden, müffen wir einer Pofamenterie-Expofition
gedenken, welche, wenn auch nur als Beflandtheil einer anderen fich zeigend,
doch vollkommen geeignet ift, befprochen zu werden, wir meinen die im Pavillon
Oberleithe rer vorkommende Flachspofamenterie. Ift die Conception und
Durchführung oberwähnten Pavillons fchon in jeder Hinficht ein als Unicum
daftehendes Meifterwerk, die Poefie des Flachfes auf eminente Art zum Ausdruck
bringend, fo hat die dabei in Anwendung gebrachte Pofamenterie einen Löwenantheil
hievon und verdienen die dabei betheiligten Firmen B. Mofchigg & Sohn
und Hutter ft rafs er alle Anerkennung, während der geiflvollen Conception
des Ganzen, einem Werke des Herrn Profeffors Ferdinand Lieb, das höchfte Lob
gezollt werden mufs.
Die Pofamenterie von Metallgefpinnften war in Amerika,
England, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz,
Italien, Spanien und Portugal theils gar nicht, theils fehr wenig vertreten;
erft in Deutfchland begegneten wir einer in diefer Richtung ebenfo rationell betrie
benen als auch zur Ausftellung gebrachten Induftrie.
Tröltfch & FI anfei mann, Scheiblein & Comp, und Stollberg
in Weifsenburg bei Nürnberg haben fowohl in Artikeln des europäifchen
als auch des Exportbedarfes ausgeflellt, und verdient befonders die erfte, nahezu
hundert Jahre beftehende Firma, ihres grofsen Exportes nach dem Orient halber
befondere Erwähnung. Die Qualität des Gebotenen ift faft durchgehends gleich,
nur haben Tröltfch & Hanfeimann durch die Exponirung färbig gemutterter Goldgallons
uns die Möglichkeit gegeben, deren Thätigkeit auch auf diefem Gebiete
zu beurtheilen.
Ebermayer und Schmuck & Söhne in Nürnberg haben gleiche
Artikel in gleich anerkennenswerther Weife ausgeflellt. Die Expofition von
C. A. W e ft m ann in Dresden aber machte uns faft zweifeln, dafs diefes feit 130
Jahren in einer Familie beftehende Haus Anfpruch auf Anerkennung erhebt; feine
Ausftellung war entfchieden mifsglückt, da felbe weder quantitativ noch qualitativ jene
grofsen Vorzüge zurKenntnifs des Befchauers brachte, welche der Fabrication diefer
ehrenhaften Firma eigen find. Der allfeits fich geltend machende Platzmangel mag
wohl grofsentheils Schuld daran fein, wir fühlen uns aber verpflichtet, zu bemerken,
ein Haus, wie das genannte, wäre es fich felbft fchuldig gewefen, daraufzu dringen,
dafs die deutfche Reichscommiffion ihm einen würdigeren Platz angewiefen hätte,
und diefs umfomehr, als viel weniger wichtigen, nicht füddeutfchen Induftrien diefs
eingeräumt wurde. Die Jury hat auch in Würdigung diefer Momente die Beurtheilung
des Flaufes C. A. Weltmann auf günftigerer Grundlage vorgenommen.
Franz T h i 1 l’s Neffe und J. L e f c h h o r n inWien haben in ebenfo reicher
als gefchmackvoller Weife ihre Producte exponirt; beide arbeiten faft ausfchliefs-2