Die Spinnereimafchinen.
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zunehmen, aus welchem der Staub und der Flug durch einen Ventilator in den
Staubcanal abgeführt wird. Es ifl diefe Operation keine neue ; aber wie oft noch
wird in Krempelfälen gerade in diefer Beziehung gegen alle Gefetze der Reinlich
keit gefündigt und ohne Rücklicht auf die Gefundheit der dabei befchäftigten
Arbeiter vorgegangen. Will man fchon keine eigene Ausputzmafchine aufftellen,
fo werde die Schleifmafchine felbft mit einem Gehäufe umfchloffen, welches den
im Beginne des Schleifens aufwirbelnden Staub unmittelbar ins Freie abführt. —
„Gute, fcharfe Kratzenbelchläge und genau runde Walzen, das find die
Grundbedingungen einer guten Arbeit auf den Krempeln“ für Baumwoll- wie für
Schafwoll-Spinnerei. Wirbefprechen daher hier fchon die von Cöleflin Martin in
Verviers — eine Specialität für Wollbearbeitungs-Mafchinen — ausgeflellte neue
Mafchine mit zwei Schmirgelfcheiben (Dronsfield’s Patent), welche ein Spitz-
fchleifen der Befchläge ermöglichen.
Die an beiden Enden einer horizontalen Achfe aufgefteckten, alfo in ver-
ticalen Ebenen fich drehenden Schmirgelfcheiben erhalten nicht blofs eine roti-
rende Bewegung, fondern gleichzeitig eine Hin- und Herbewegung in der Längen
richtung der zu fchleifenden Walze. Beide Bewegungen gehen von einer Nuth-
welle aus: die rotirende durch Schraubengetriebe, und die hin- und hergehende
Bewegung, in Folge Eingriff einer auf dieferjWelle gleitenden Schraube ohne Ende,
in eine im Schleifgehäufe eingelegte Zahnflange. Diefes Gehäufe bildet die Füh
rung für den Support, in welchem die Schmirgelfcheiben mit ihren Getrieben
gelagert find.
Damit die Enden der Walzen gut gefchliffen werden, darf die Umkehr nicht
zu fchnell erfolgen. Daher ift die Zahnflange nicht fefl, fondern innerhalb gewiffer
Grenzen verfchiebbar eingelaffen. Kommt die Schleiffcheibe an das Ende des
Weges und wird dadurch die Riemenumflellung, hiemit auch die entgegengefetzte
Drehung derNuthwelle und der Getriebe für die Schmirgelfcheiben bewerkflelligt,
fo mufs die Zahnflange vorerfl, bei dem ununterbrochenen Eingriff der Schnecke,
in die entgegengefetzte Stellung rücken. In der Zwifchenzeit fleht der Support mit
den umgekehrt rotirenden Schleiffcheiben fefl, tritt aber nach beendeter Verfchie-
bung der Zahnflange feine Rückbewegung an.
Es zeigt diefe Conflrudtion eine wefentliche Vereinfachung im Bewegungs
mechanismus diefer Schleifmafchine, wie fie zuerfl auf der Londoner Special-
ausftellung im Jahre 1871 bekannt wurde.
Auf die übrigen zur Wollbranche gehörigen Mafchinen von C. M a r t i n kom
men wir an geeigneter Stelle mit der ihnen gebührenden Ausführlichkeit zurück.—
Hier mufs auch noch die Platt’fche Schleifmafchine mit Schmirgelwalze Erwäh
nung finden, da diefelbe wegen der verbefferten Stellung der zu fchleifenden Walze
auch für Baumwoll-Spinner intereffant ifl. Die beiden Stelllager laffen fich nur
gemeinfchaftlich, flets parallel zur Achfe der Schleifwalze verftellen durch Drehung
einer Querwelle, welche durch Kegelrädchen und Schraubenfpindeln mit den
Stelllagern in Verbindung gebracht ifl.—
Wir fetzen nach diefer Unterbrechung mit den Rieter’fchen Spinnerei
mafchinen fort.
Die ausgeflellte Doublirmafchine, welche 24 Bänder der Grobkarde
zu einem Wickel für die Feinkrempel vereinigt, ifl dadurch erwähnenswerth, dafs
diefelbe fammt Kannen nicht mehr Platz wie eine Karde beanfprucht, daher ohne
Weiteres in eine Krempelreihe eingeflellt werden kann, was in Hinficht auf den
fonfl läfligen Transport der Kannen gewiffe Vortheile bieten kann.
Die Streckmafchinen waren mit fechs Reihen cannellirter Cylinder ver-
fehen, um den Verzug zwifchen den einzelnen Walzenpaaren zu ermäfsigen, hier
durch aber eine gröfsere Gleichförmigkeit im Band und gröfsere Schonung der
Fafern zu erzielen. Bei kleinerem Verzug ifl auch die Belaftung geringer, was der
Dauerhaftigkeit der Mafchinen zu Statten kommt. Abteilung bei Bandbrüchen
am Ein- und Auslauf. Beladung der Druckcylinder, flatt durch diredl angehängte
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