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Full text: Die Spinnereimaschinen (Gruppe XIII, Section 2,a) - Officieller Ausstellungs-Bericht

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Die Spinnereimafchinen. » 
einer vor der Hauptwelle gelegenen Hilfswelle mit Kurbel und Lenkftange her- 
vorgerufen wird. *) 
An der von demfelben Ausfteller aufgeftellten Schwingmafchine 
bemerkten wir, dafs die Schwingmeifer nicht feft an den Armfternen, fondern mit 
Zwifchenftücken von federnden Stahlblättern feftgefchraubt find. — 
Die von S. Lawson and Sons in Leeds (England) zum Erweichen und 
Zertheilen von Jute gebaute Brechmafchine (softing machine) hat 6 Paar in 
einem grofsen Viertelkreife vertheilte Riffelwalzen mit Pilgerfchritt-Bewegung. Die 
unteren Riffelwalzen ftehen mittelft kleiner Getriebe im Eingriff' mit einem innen 
verzahnten grofsen Treibrad, welches im tiefften Punkte durch ein Rädchen von 
der Hauptwelle aus die Vorwärtsdrehung empfängt. Diefes Rädchen ift nun in 
einer um die Treibrad-Achfe pendelnden Schwinge gelagert, ruft daher in Folge 
deffen eine abgefetzt vor- und rückdrehende Bewegung des Treibrades, beziehungs 
weife der Riffelwalzen hervor. — 
Die von Gebrüder Mure in Turin (Italien) ausgeftellte Brechmafchine 
befand fich in der weftlichen Agriculturhalle. Bei diefer Mafchine find vier Brech 
walzen in gleichen Abftänden in einem grofsen Rade eingelegt, welches durch eine 
Riemenfeheibe diredt in Umdrehung gefetzt wird und hiebei die Brechwalzen der 
Reihe nach über concentrifch mit dem Rade angeordnete, cannelirte Platten führt. 
Die Brechplatten, über welche der zu bearbeitende Flachs etc. gelegt wird, 
dehnen fich ungefähr auf V« des Radumfanges aus; fie find, um die Wirkung zu 
mildern, rechts und links auf Stahlfedern und-fpannbaren Riemen gebettet. — 
Andere Brechmafchinen ftanden in der örtlichen landwirthfchaftlichen 
Mafchinenhalle. 
Zunächft fahen wir an der von F. W. Warne ck in Oels (Preufsisch-Schle- 
fien) ausgeftellten öreihigen Walzen-Brechmafchine ftatt Zahnradbewe 
gung Kurbelbetrieb. Die Kurbeln an der einen Seite jeder der unteren Riffel 
walzen erhalten gemeinfchaftlich durch ein Excenter an der unterhalb der Walzen 
gelagerten Hauptwelle und durch einen dreieckförmigen Verbindungsrahmen ihre 
drehende Bewegung. 
Eine zweite Handmafchine desfelben Ausftellers war mit Pilgerfchritt- 
Bewegung ausgeftattet. Diefelbe hat zwei Paar in gröfserem Abftand gelagerte 
Brechwalzen, welche durch ein Stirnräderpaar (ein Zahnrad an der unteren 
Einzugswalze und ein Zahnrad an der oberen Abzugswalze) gekuppelt find 
und von der Schwungradwelle durch Keilräder eine abgefetzt hin- und her 
drehende Bewegung erhalten. 
Das Treibrad auf der Hauptwelle befteht aus zwei Sedloren von verfchiedener 
Länge. Das kürzere Stück greift in das Keilrad an der Achfe der unteren Ein 
zugswalze und ertheilt diefem eine gewiffe Rückdrehung, welche zu Folge der 
Stirnrad-Kuppelung auch von dem anderen Walzenpaare mitgemacht wird. 
Kommt hierauf der längere Sedor an der Hauptwelle mit dem Keilrad an 
der oberen Achfe der den Flachs abgebenden Brechwalzen zum Eingriff, fo 
findet die umgekehrte gröfsere Drehung der beiden Brechwalzen-Paare ftatt 
u. f. w., welches Spiel fich bei continuirlicher Drehung des Schwungrades ununter 
brochen wiederholt. — 
Wohl die einfachfte und zweckmäfsigfte ift die K a fe 1 o v s k y’fche Brech 
mafchine, welche W. Hallerberg in Oberlübbe bei Minden ausgeftellt hatte. 
Hier erfolgt bekanntlich das Brechen des Flachfes mittelft rafch auf- und 
niederfteigender ftumpfer Meffer, welche abwechfelnd in die Zwifchenräume einer 
fich drehenden Meffertrommel eingefchoben werden. Ein Paar cannelirter Cylinder 
führen den Flachs der Meffertrommel zu. Der Betrieb geht direkt von der Haupt 
welle mittelft kurzer Kurbeln auf den Mefferkaften, welcher durch je eine Stange 
*) Eine gleiche Brechmafchine war in der belgifchen Abtheilung von P. Lagae- 
dombet aus Kortryk ausgeftellt, aber nach der Erklärung des Herrn Dr. Collyer von diefem 
herriihrend.
	        
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