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Johann Zeman.
Die Softing-Mafchine, auf welcher die eingefprengten Jutebüfchel
behufs Erleichterung des Krempelproceffes erweicht und in dünnere Faferftränge
zeitheilt werden, ift fchon oben bei den Brechmafchinen berührt worden und
unterfcheidet fich wefentlich von den fonft üblichen zwanzig- und mehrreihigen
Walzenquetfchen.
Bei den Durchzügen, ebenfo bei den Vorfpinnmafchinen fitzen
die Kegelrädchen für die oberen Führungsfehrauben der Hechelftäbe nicht mehr
unmittelbar auf der Einzugswelle, fondern auf kurzen, aufgekeilten Büchfen, mit
welchen die Getriebe nur durch dünne Eifenftifte verbunden find. Sowie durch
irgend einen Zufall die Hechelftäbe eines Kopfes geklemmt und der Gefahr des
Brechens ausgefetzt werden, brechen eher, als irgend fonft ein Mafchinentheil, die
Stifte der betreffenden zwei Kegelrädchen; die Mafchine aber läuft unbehindert,
diefen Streckkopf ausgenommen, weiter, bis man die erforderliche Zeit zur vollen
Inftandfetzung findet.
Die Spindel- und Spulenbank bei V o rfp i n nm afc h i n e n find vollkommen
verdeckt, um den Staub möglichft von den ölgefchmierten Lagern abzuhalten. Die
Flyerfpindeln laufen in langen Lagerbüchfen oder find am oberen Ende in charnierartig,
nach inne n aufklappenden Lagerfchienen geführt.
Voi kuizer Zeit erft hat die Firma S. Lawson and Sons mit der Anfertigung
neuer Spinnereimafchinen für Hanf und für Seilgarn begonnen und fchon
haben fich die hervorragendften englifchen Seilereien mit diefen Mafchinen ausgerüftet.
Bei den Streckmafchinen diefes Syftems finden fich je zwei aufeinanderfolgende
Felder von Hechelftäben, von welchen das zweite Feld mit bedeutend
gröfserer Gefchwindigkeit fich vorwärts bewegt und dabei das von den erften
Hecheln zugebiachte Band auskämmt, verzieht und zu den Abzugswalzen
weiterführt.
Die erfte Mafchine diefes Syftems ift eine Band- und Anlegemafchine, auf
welcher der vorbereitete Hanf in einzelnen Ritten aufgegeben und in ein end'lofes
Band umgewandelt wird. Mehrere diefer Bänder gehen fodann zur zweiten, ähnlich
gebauten Mafchine, der Strecke, und zum Schlufs auf die Spinnmafchine, wo das
Streckband nochmals verzogen, gedreht und aufgewunden wird.
Auch bei der Spinnmafchine ift die Kettenführung für die Hechelftäbe
angebracht und dadurch ein erheblich gröfserer Abftand der Streckwalzen erreicht,
daher der Hanf bei diefem Syftem vor dem Verfpinnen nicht gefchnitten werden
rnufs. Der Spindelbetrieb erfolgt durch Riemchen mit 1200 Umdrehungen per
Minute. Die Spindeln find in zwei Spindelbänken eingelagert.
Was die Ausführung der Ketten zur Führung der Hechelftäbe betrifft, fo
haben die einzelnen Glieder abwechfelnd grofse und enge Augen angegoffen
erhalten, welche, übereinandergefchoben, den Zug von einem Glied unmittelbar
zum anderen und nicht wie fonft durch die Verbindungsbolzen, als welche die
Hechelftäbe dienten, fortpflanzen. Die nun lofe in den engeren Augen der Kettenglieder
fleckenden Hechelftäbe find dadurch vollkommen frei und vor jedem
ungleichen Zuge gefichert.
Damit die Hechelnadeln fenkrecht in das Band ein- und austreten, fo find
an beiden Enden der Hechelftäbe, aufsen neben den Führungsketten, kleine
Arme aufgefteckt, welche mittelft Bolzen längs entfprechend gekrümmter Führungen
am Ein- und Ablauf der Ketten hingleiten. Die fenkrechte Stellunnder
Nadeln in der oberen Bahn wird analog durch gerade horizontale Führungs°-fchinen
erzielt.—
Die von Th. Barr a cl o ugh in Manchefter ausgeführte R o n al d’fche
Seilfpinn-Mafchine ift in ihrer bekannten einfachen Conftrudlion unverändert
geblieben. —
Die im vorigen Abfchnitt erwähnten Gebrüder Franke in Chemnitz
bauen auch Zwirnmafchinen für Leinengarn. —