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Full text: Die Spinnereimaschinen (Gruppe XIII, Section 2,a) - Officieller Ausstellungs-Bericht

Die Spinnereimafchinen. 
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Zum Schlufs verdient noch die von der Sächfifchen Mafchinen- 
fabrik (vormals Rieh. Hartmann) in Chemnitz ausgeftellte Garn-Trocken- 
maf chine nähere Erwähnung, indem in derfelben Garn in Strähnen in rationeller 
Weife rafch und in einem verhältnifsmäfsig kleinen Raum getrocknet werden kann. 
Bis auf das Auflegen der mit Strähnen verfehenen Stäbe und Abnehmen 
derfelben beim Ausgang der Mafchinen, find alle Arbeiten felbflthätig. 
Die Stäbe mit den Garnfträhnen werden in einem gefchloffenen Kalten 
mittelfl zweier endlofen Ketten eingebracht, in auf- und ablteigenden Zickzack 
gängen durchgeführt und am anderen Ende der Mafchine wieder abgenommen. 
Die Trocknung erfolgt hierbei durch erwärmte Luft, welche längs Heizrohren am 
Boden des Kattens hinftreicht und mittelft Windflügel zwifchen die einzelnen 
langfam auf- und abfteigenden Reihen der Garnfträhne, entgegengefetzt ihrer 
Bewegungsrichtung, getrieben und endlich mit Feuchtigkeit beladen durch eine 
Abzugsöffnung entfernt wird. 
Damit das Waffer auf dem unteren Strähntheil fleh nicht zufammenziehe, 
und |Uin eine gleichmäfsige Durchtrocknung der einzelnen Strähne zu erleichtern, 
findet regelmäfsig ein Verhängen des Garnes um einen Theil des Strähn 
umfanges ftatt. 
III. Schafwoll-Spinnereimafchinen. 
a) Mafchinen für Streichwolle. 
Wie auf der letzten internationalen Aufteilung in Paris, fo fanden fich auch 
in Wien für diefe Spinnereibranche die meiften Ausfteller und die gröfste Zahl 
von Mafchinen. Diefsmal aberlernten wir weittragende Neuerungen kennen, welche 
zum Theil fchon durch die Praxis approbirt, zum Theil noch ganz neu, aber 
ficherlich einen bedeutenden Einflufs auf die Streichgarn-Spinnerei auszuüben 
berufen find. 
Zu den erften Vorbereitungsmafchinen brachte uns die Wiener Weltausttel- 
lung nicht viel, aber manches Intereffante. Reichlicher dagegen waren Krempel- 
fortimente und Streichgarn-Spinnmafchinen beider Syfteme (Selfatttor und Water- 
mafchinen), letztere mit originellen Verbefferungen, vertreten. 
Bei dem Wolf zur Auflockerung der Wolle erfchien die aus der Baum- 
woll-Spinnerei entnommene Klariermulden-Zuführung in Anwendung gebracht. 
Die Klettenwölfe, zum Reinigen und Auslefen von Kletten, Stroh und com- 
pattteren Schmutztheilen aus der Wolle, zeigten im Allgemeinen eine gröfsere 
Kammtrommel und ftärkere, zweckmäfsiger conttruirte Kämme. 
Die Krempeln betreffend, fo waren an denfelben, abgefehen von der Vor- 
fpinnkrempel, weniger Aenderungen zu bemerken; wir weifen nebenbei darauf 
hin, dafs englifche und belgifche Conftnufteure bei der Reifskrempel die Kletten 
walze nicht diredf mit dem Tambour arbeiten laffen, wie diefs bei den Kratzen der 
deutfehen und öfterreichifchen Ausfteller der Fall ift. 
Die felbftthätigen S p e i fe ap p a r a t e für Wölfe und Reifskrempeln 
haben eine weitere Ausbildung erfahren; für letztere ift fogar ein ziemlich gelun 
gener Selbftwäge- und Auflegeapparat zu Stande gekommen. Es foll mit diefem 
Selbftfpeifer auf eine möglichft gleichförmige Arbeit der Karde hingewirkt werden. 
Möglichfte Gleichförmigkeit und Feinheit im Vorgefpinnft zu erzielen, ift 
auch der Zweck des Martin’fchen Fadenapparates, welcher durch die in 
London im Jahre 1871 abgehaltene Specialausftellung ungemein rafch bekannt und 
verbreitet wurde. 
Wie im Jahre 1867 die Horsfall’fchen Sch 1 e ifro 11 en für Krempeln 
Auffehen erregten, fo hat in London 1871 und jetzt die feit London wefentlich im
	        
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