Die Spinnereimafchinen.
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Durch Aenderung zweier Wechfelrädchen in dem Rädertrieb für die beiden
Tröge wird fowohl das Mifchungsverhältnifs, fowie derZuflufs der Einfprengflüffig-
keit nach Bedürfnifs regulirt.
Sämmtliche Theile der Mafchine find leicht zugänglich, was behufs forg-
fältiger Reinigung derfelben nach jeder Partie Wolle von Belang ift.
Zur Bearbeitung feiner und mittlerer Wollen war ein Sortiment von drei
Karden aufgeftellt. Die Reifskrempel zeigt den bekannten und viel verbreiteten
B o 1 e 11 e’fchen Speifeapparat, von welchem die Wolle durch ein Vorreifswerk aus
zwei Klettenwalzen an den Tambour zwar nicht diredf, fondern durch eine Wender
walze abgegeben wird. Statt der Pelztrommel ift ein endlofes Pelztuch vorhanden.
Auch die Mittelkarde wickelt das Wollvliefs auf ein „doppeltes“ Pelztuch von
14 Meter Länge auf.
Die Pelztücher erhalten jetzt ihre Spannung ftatt mittelft einer ftellbaren
Führungswalze durch eine freie Gewichtswalze, ferner eine Gradführung über die
Walzen im Geftelle durch eingenähte Querftäbe, welche knapp zwifchen die
Geftellwände paffen.
Auf der Feinkarde werden durch den Martin’fchen V orfpinnapparat
120 gute Fäden bei 15 Meter Befchlagbreite abgegeben. Wir haben uns fchon
oben ausführlich über diefen Apparat ausgelaffen, deffen Vorzüge wohl nicht
fchlagender ausgedrückt werden können, als durch den Hinweis auf deffen ungemein
rafche Verbreitung feit der Londoner Specialausftellung im Jahre 1871, wo der
Vliefs-Theilapparat zum elften Male vor die Oeffentlichkeit getreten ift.
Ein anderer Satz von zwei Krempeln für Kunftwolle und Woll-
abgänge war durch den fchottifchen Bandlege-Apparat in Verbindung gefetzt. Ein
fach und zweckmäfsig ift hiebei die Anordnung des Balancegewichtes der auf- und
niederfteigenden Bandführung, welche das Kardenband in den Wagen des Lege
apparates abgibt. ImUebrigen können die Eigentümlichkeiten der Martin’fchen
Krempeln, insbefondere die Anwendung fehr fchwacher Wenderwalzen als bekannt
vorausgefetzt werden.
Das gröfste Intereffe unter den Mafchinen diefes und fämmthcher anderen
Ausfteller diefer Branche beanfprucht unftreitig die Streichgarn-Water-
mafchine mit Martin’s neuem Streckwerk. _ .
Die Hauptfchwierigkelt beim continuirlichen Spinnen liegt in den Un-
regelmäfsigkeiten des von den Krempeln kommenden Vorgefpinnfi.es, welche
bisher nur auf Mulemafchinen bis zu einem gewiffen Grade ausgeglichen werden
konnten. , . , .
Durch die Mifserfolge der Streckwerke bei den Spmnmafchinen von
Vimont und Syke s belehrt, erkannte Martin als erfteNotwendigkeit eines
guten Streichgarn-Streckwerks die getrennte Behandlung jedes einzelnen Fadens,
um durch ftärkere Verftreckung der dichteren Fadenftücke eine Ausgleichung in
der ganzen Länge des Games thunlichft zu erreichen.
War diefe Regulirung des Verzuges, das ift Egalifirung der einzelnen
Fäden in einer praktifch brauchbaren Mafchine, ohne Rückficht auf die Zahl der
Spindeln durchführbar, fo unterlag es keinem Zweifel, dafs bei der voraus-
geeangenen Vervollkommnung der Vorfpinnkrempeln ein fchones .und gleich
förmiges Streichgarn auch auf feftftehenden Spinnmafchinen gefponnen werden
Einmal auf dem richtigen Wege und ermutigt durch den außerordent
lichen Erfolg feines Vorfpinnapparates, brachte M ar 11 n auch einen originellen
Verzugsregulator im Streckwerk für jeden einzelnen Faden zu Stande; eine Erfin
dung, welche als weittragend begriffst und behandelt werden mufs.
Es ift vorweg ausdrücklich zu bemerken, dafs diefer Vorzugsregulator nicht
etwa die normal zwifchen den Streckcylindern herrfchende Streckung je nach der
Dicke des eintretenden Vorgefpinnftes wechfelt, fondern der Regulator forgt nur
für eine fchwächere Drehung dickerer Fadentheile ; diefe können aber im Zuftand